Ein Garten mit Vulkanausblick (04.07.16)

Meine Wandertour von Þórsmörk nach Skogar

Nur die Harten wandern durch den Garten von Thor dem Wikinger-Gott. Jetzt werdet ihr euch fragen, was denn die Mutigen in seinen Garten lockt. Dieses Land, gewiss von Götterhand geschaffen, verzaubert alle, die den Blick nur einmal schweifen lassen. Ohne Blumen, ist das der schönste Garten, den ich jemals sah. Zwischen bunten Bergen, blauen Gletschern und klaren Flüssen, war ich dem Himmel so nah.

Aufgeregt und voller Vorfreude, warten Jana und ich an diesem sonnigen Morgen auf Jóhann und seinen Monster Truck. Verabredeter Treffpunkt ist der Wasserfall Skógafoss. Unser eigenes Auto lassen wir auf dem Parkplatz stehen, da die achstündige Wanderung ab Þórsmörk uns schlussendlich genau hier hin führen wird. Um kurz nach 08:00 Uhr geht es dann endlich los.

Etwas über eine Stunde dauert die Fahrt, am Seljalandsfoss vorbei, hinein in den Garten des Wikinger-Gottes Thor (Þórsmörk zu dt. „Wald des Thor“). Nach einer etwas längeren Fahrt über eine ziemlich unebene Schotterstraße und durch zahlreiche flache und tiefere Flüsse, sind wir an unserem Ausgangspunkt Básar angekommen. 

Bevor es losgeht, erklärt Jóhann uns noch den Weg auf der Karte und fragt uns zum Abschied, ob wir denn auch Sonnencreme dabei haben. „Brauch ich nicht“, antworte ich. Ein Fehler wie ich sehr bald merke, als mir die Sonne im Gesicht brennt. Jana und ich sehen noch, wie der schwarze Truck ganz allmählich in der Ferne verschwindet. Dann sind wir alleine im Götter-Garten, vor uns 26 Kilometer pures Abenteuer.

Schon nach sehr kurzer Zeit fallen mir für das was ich sehe, keine Superlative mehr ein.  Wir haben mittlerweile den Berg Hvannadalshnukur erklommen und genießen den Ausblick auf die bunten Berge in der Ferne und den blauen Gletscher, unter dem der Eyjafjallajökull  friedlich schlummert.

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Nach einer kleinen Stärkung geht es einige Zeit, die sich wie Stunden anfühlt, weiter steil bergauf. Der Pfad ist schmal, links von mir schlängelt sich eine Kette zum festhalten den Berg hinauf, rechts von mir der steile Abhang. Ich sagte ja: Abenteuer!

Als Jana und ich beide heil oben ankommen, liegt plötzlich eine ganz andere Landschaft vor uns. Man könnte meinen, wir wäre aus versehen auf einem anderen Planeten gelandet. Mit Thors Garten im Rücken (ich muss mich einfach immer wieder umdrehen, um den Blick über die bergige Weite zu genießen) bahnen wir uns unseren Weg durch den Schnee, der unser Weg über die Asche des Eyjfjallakökulls ist.

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Unermüdlich wandern wir weiter, wobei sowohl Asche als auch Schnee den Pfad ebnen und mir abwechseln heiß und kalt wird. Nach etwas über vier Stunden taucht vor uns dann eine kleine Hütte auf. Der ideale PLatz für eine Verschnaufpause, finden wir und machen es uns auf der Terrasse gemütlich. Als wir erfahren, dass wir nun die Hälfte unseres Weges geschafft haben, überlegen wir kurz die Übernachtungsmöglichkeit im Häuschen zu beanspruchen. Aber beim Fußball gibt man ja auch nicht in der Halbzeitpause auf, also machen wir uns nach einer Weile wieder auf die Wanderschuhe.

Und ein weiteres Mal verändert sich die Landschaft ganz pötzlich. Wir gehen vorbei an steinigen, moosbewachsenen Grünflächen, auf denen vereinzelt rosa und weiße Blümchen blühen und gelangen schließlich an den Fluss, von dem wir wissen, dass er in einigen Kilometern in Skógar über die Klippen schießt.

Während wir am Wasser entlanglaufen, entdecken wir einen Wasserfall nach dem anderen und ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

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Nach etwas weniger als acht Stunden taucht dann der Skógafoss vor uns auf. Mit etwas müden Beinen aber wunschlos glücklich schleppen wir uns die vielen Stufen nach unten, am Wasserfall entlang, hinab zum Parkplatz. Ab ins Auto. Erstmal sitzen.

Der Grund warum ich wandern liebe ist, dass ich am Ende des Tages weiß was ich geschafft habe. Ein tolles Gefühl. Wenn die Wanderung dann auch noch von so einer vielfältigen und außergewöhnlichen Natur begleitet ist, sind die schmerzenden Beine und das leicht verbrannte Gesicht schnell vergessen. Und überhaupt: Indianer… äh ich mein natürlich Wikingerherz kennt keinen Schmerz!

 

Áfram Íschlaaand! (02.07.16)

Warum ein Weltmeister-Wikinger-Halbfinale mein Traum ist…

Offen und ehrlich gesagt, habe ich im Vorfeld ja schon fest damit gerechnet, dass Deutschland es ins Viertelfinale schafft. Gut, während der Gruppenphase war ich mir kurzzeitig dann doch nicht mehr ganz so sicher. So richtig überzeugend, fand ich das Spiel Der Mannschaft nämlich irgendwie nicht. Auch Jogis Performance am Spielfeldrand war ja  dann doch teilweise etwas verwirrend. ABER: Geschafft heißt ja bekanntlich eine Runde weiter und so rückt das Halbfinale ganz langsam näher. Zumindest bis heute Abend! Der Gegner: Mal wieder Italien, oder sollte ich lieber schreiben, ausgerechnet Italien? Ich muss zugeben ein wenig schlottern mir diesbezüglich schon die Knie. Solange das bei der deutschen Elf aber nicht der Fall ist, wird es schon schiefgehen  Schließlich kann man mit der Jeder für Jeden-Mentalität doch alles schaffen, oder? Meine Daumen sind auf jeden Fall fest gedrückt.

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Kommen wir nun zu der Überraschungsmannschaft dieses Tuniers: Den Isländern. Ich glaube die Titel Sieger der Herzen, Unterhaltsamster Kommentatorenjubel, und Gänsehaut auslösende Fanfeierei, können die Bewohner der Insel aus Feuer und Eis schon jetzt für sich verbuchen.  Damit, dass die Elf um Trainer Lars Lagerbäck und Heimir Hallgrímsson nun im Viertelfinale stehen, habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Aber der Wunsch war da!

Geht es nach meinem Gastpapa Jóhann ist die Begründung für diesen grandiosen Erfolg eine ganz einfache: „Weil wir Wikinger sind!“ Mal abgesehen davon, dass ich diese Erklärung echt lässig finde, lässt sich aus dieser zudem eine wichtige Essenz ziehen. So gehört doch schon einiges an Kampfgeist, Blutsbrüderschaft und Manneskraft dazu, es als Debütant bei einer EM so weit zu schaffen. Wie dem auch sei, die Isländer haben auf jeden Fall auch bei den Fans anderer Mannschaften den Ball schon längst im Tor.

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Nun bin ich ja sowieso bereits ein echter Island-Fan und von dem Land, den Leuten und der Kultur vollends begeistert.  Daher ist es für mich umso schöner und spannender, gerade jetzt zur EM-Zeit hier zu sein. Bisher habe ich alle Deutschland-Spiele per Skype-Zuschaltung mit meiner Familie gesehen. Die Island-Spiele hingegen  habe ich im Hotel, zusammen mit einigen Gästen verfolgt. Es gab übrigens niemanden der auch nur annähernd nicht für Island war. Es sei auch noch gesagt, dass das mit dem Public Viewing hier bei mir in Vík noch nicht angekommen ist. Aber ob man das ganze nun mit 300 Menschen, oder 20 schaut, verändert das Ergebnis auch nicht.

Dafür ist die Stimmung, wie man ja  den vielen bunten Fernsehbildern  entnehmen kann, auf der Fanmeile in Reykjavik wirklich spitze. Gejubelt, geschrien und gezittert, wird aber auch bei meiner Gastfamilie. Vikner, der jüngste Sohn von Margrét und Jóhann, ist mindestens genauso heiser wie der isländische Kommentator Gudmundur Benediktsson.

Dem Anlass entsprechend daher folgend einmal der isländische Em-Song, der hier mittlerweile im Radio rauf und runter läuft. Natürlich inklusive Kommentatorenjubel!

 

Wenn man da keine gute Laune bekommt, weiß ich auch nicht weiter!

Daran, dass Island auch am Sonntag als Sieger vom Platz gehen wird, hat Jóhann übrigens keinerlei Zweifel: „Jetzt können wir einfach jeden schlagen!“ Warum? Ja, genau! Wikinger und so. Vielleicht ist das ein wenig zu optimistisch – vielleicht aber auch nicht.

Für mich heißt es auf jeden Fall die Daumen bis Sonntagabend gedrückt zu halten. Aua! Wenn es sich am Ende aber bezahlt macht, ist es die Mühe doch allemal wert. Vor allem, weil ich dann einen Schritt näher an meinem Traum, Deutschland gegen Island im Halbfinale bin. Zugegeben bis es soweit ist kann viel dazwischenkommen, vor allem die Realität, aber wie schon Albert Einstein zu sagen pflegte:

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt!

Das ich mir diese Paarung wünsche liegt, zum einen an der Tatsache, dass ich seit Jahren mit der deutschen Elf mitfieber und die Isländer auch mein Herz im Sturm erobert haben und zum andern, da ich so ein leichtes Spiel vor dem Fernseher habe. Über einen Sieg der Deutschen würde ich mich wahnsinnig freuen, über einen Sieg der Isländer aber eben auch. Ich könnte also nur gewinnen. Mein Tipp für das morgige Spiel: 2:1 für Island. In der Zwischenzeit ist erstmal warten und Bier trinken angesagt!

Zum Schluss noch ein kleines Extra: Wenn ihr auf folgenden Link klickt, könnt ihr euch euer ganz persönliches Island-Trikot erstellen. Einfach den eigenen Vornamen und den des Vaters eingeben und schon seit ihr Teil der  isländische Nationalmannschaft: Tátjáná Fránkdottir

Achja, da war ja noch was! Wir haben ja noch gar nicht geklärt wer heute Abend als Sieger vom Platz geht. Mein optimistischer Tipp:  3:2 für Deutschland. Warum? Na, weil wir Weltmeister sind!

Wenn Mama nach dem rechten schaut… (09.06 – 19.06.16)

… und daraus ein unvergesslicher Urlaub wird…

Endlich ist es soweit: Mama und ich treffen uns in einem Hotel in Reykjavik, um dort unsere gemeinsamen Tage in Island zu beginnen. Gleich am ersten Morgen, ist dann auch schon Action angesagt, als und Sven der Guide zu unserer gebuchten Höhlentour abholt. Die Stimmung im Van ist gut und die gut gelaunte Männertruppe aus den Staaten ein unterhaltsamer Haufen. Während wir zur Höhle Leiðarendi, etwas außerhalb Reykjaviks fahren, erzählt uns Sven ein wenig über das was wir beim Blick aus dem Fenster sehen. Das sind hauptächlich moosbewachsende, steinige Flächen. Sven klärt uns über das Moos als Delikatesse der Isländer auf.  Und obwohl ich am guten Geschmack dessen Zweifel, nehme ich mir vor, doch mal eine Packung Moos zu kaufen und anstelle von Chips, beim nächsten Filme Abend zu knabbern.

An der Höhle angekommen, erhalten wir jeder einen Helm und eine Taschenlampe. Schließlich werden wir gleich zu echten Höhlenforschern. Und dann kann es auch schon los gehen. Mutig folgen wir Sven einen kleinen Abhang hinunter und dann rein in die Felsöffnung.

Drinnen ist es wie erwartet ziemlich dunkel. Die Höhle die zu Deutsch „Das Ende der Straße“ bedeutet, erhielt ihren Namen durch die Überreste eines Lamms, dass bei der Entdeckung der Höhle vor 20 Jahren dort entdeckt wurde. Die Frage was ein Lamm einige Meter tief unter der Erde, mitten im Dunkeln zu suchen hatte, kann Sven uns leider nicht beantworten. Weiter geht es in die Höhle hinein, die an einigen Stellen wirklich flach wird, sodass wir uns ziemlich bücken müssen. Ein kleiner Seitenblick auf Mama verrät mir das sie mich innerlich gerade ein wenig veflucht. Der Anblick der Lava die in erstarrten Fontänen aus dem Boden zu schießen scheint sowie die bunten Höhlenwände und abgebrochenen Steine, die überall auf dem Boden liegen, entschädigen uns dann aber für die Kriecherei.

Mitten unter der Erde machen wir dann noch wir einen kurzen Augenblick unsere Taschenlampen aus. Ich glaube ein beeindruckenderes und gruseligeres Schwarz habe ich noch nie „gesehen“.

Nach etwas mehr als einer Stunde ist der Spaß dann auch schon wieder vorbei und Mama und ich sind ganz froh wieder im Tageslicht zu stehen. Dieser Start in unsere gemeinsame Zeit war auf jeden Fall schon einmal sehr aufregend. Weiterempfehlen würde ich solch eine Cavingtour aber nur wenn man soetwas unbedingt einmal gesehen haben will, da die Preise doch wirklich mehr als überzogen sind.

Nachdem Sven uns in unserem Hotel abgesetzt hat, beschließen wir ein wenig die Shoppingstraße Laugavegur im Herzen Reykjaviks entlang zu bummeln. Die Souvenirläden in hier haben irgendwie ihren ganz eigenen Charme und unterscheiden sich meiner Meinung nach ziemlich von den typischen Angeboten die man so kennt. Hintsichtlich der stolzen Preise lasse ich solche Sachen wie Trinkhörner, Riesenpuffins und zu Ton erstarrte Elfen und Trolle dann doch lieber im Regal stehen und entscheide mich für ein paar Wollsocken. Das ist wenigstens praktisch.

Fortsetzung folgt…

Auf den Spuren von Game of Thrones (28.05.16)

Von Höhlen, Hängen und Schokoladenbergen…

Ich weiß nicht wie oft ich jetzt schon über den gigantischen Anblick der Natur, der sich auf wirklich jedem meiner bisherigen Ausflüge an der Südküste Islands geboten hat, ausgeflippt bin…Auf jeden Fall ist gerade wieder so ein Moment!

Jana und ich haben uns heute in der Früh (gut es war 09:00 Uhr, aber das ist für mich früh genug) auf die Socken gemacht den 18 Kilometer langen Wanderpfad zum Zelt- und Rastplatz Þakgil zu erkunden. Diesen Weg wollte ich schon entlangwandern, seit ich an der Südküste angekommen bin. Schließlich wurden auf Teilen dieser Strecke Szenen für die Serie Game of Thrones gedreht. Daran habe ich schon keinerlei Zweifel mehr, als Jana und ich die doch mehr als abenteuerliche „Straße“ zu unserem Startpunkt entlangfahren und der Serien-Schauplatz noch in einiger Entfernung liegt. Der Blick aus dem Fenster offenbart eine Landschaft, wie sie wohl in keinem Fantasybuch besser zu finden ist.

Nachdem wir durch tiefste Schlaglöcher gefahren und unser kleines Stadtauto dazu überredet haben auch die doch recht steilen Steigungen irgendwie zu meistern, halten wir heil am Straßenrand, der mit ein bisschen Kreativität auch als Parkplatz durchgehen könnte.

Als wir aus dem Auto steigen, müssen wir erst einmal ein paar Bilder knipsen und die geniale Umgebung würdigen.

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Jetzt schon glücklich diesen Ausflug für unseren freien Tag gewählt zu haben,  finden wir hinter der nächsten Biegung dann auch schon das Schild, dass uns mit einem Lächeln auf unser Ziel hinweist.

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Die nächsten 4,5 Kilometer kommen wir aus dem staunen gar nicht mehr raus und schaffen es erst recht nicht brav auf dem Wanderpfad zu bleiben. Die Gegend wirkt einfach wie ein riesiger Abenteuerspielplatz und wir vergessen, dass wir ja doch noch eine ganz schöne Strecke vor uns haben.

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Beide müssen wir dann auch lachen, als wir feststellen, dass wir so bis heute Abend noch nicht an unserem Ziel sein werden.

Eine ganze Weile später erreichen wir einen kleinen Rastplatz mit Informationschildern und einem Picknicktisch. Zufrieden bemerken wir, dass wir an der GOT-Location angelangt sind. Da an diesem Ort einige Szenen rund um Die Mauer gedreht wurden, muss man sich das ganze natürlich mit viel, viel Schnee vorstellen. Ich bin allerdings ziemlich froh, dass dieser hier gerade fehlt. So ohne Schnee sieht man ohnehin viel mehr. Der genaue Ort heißt übrigens Höfðabrekkuheiði.

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Neben GOT wurde  auch der neueste Star Wars Film hier gedreht. Die schwarze Sandwüste (die auf dem letzten Bild zu sehen ist) ist auch wirklich der perfekte Ort, um sich gefühlsmäßig auf einen anderen Planeten zu begeben.

Nur wenige Schritte von diesem spektakulären Schauplatz enfernt, erblicken wir dann das nächste Schild mit Smiley, das uns darauf aufmerksam macht, die Hälfte des Hinweges geschafft zu haben.

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Weiter geht es also, vorbei an grünen Hügeln, schwarz-grauer Mondlandschaft, dem Knochen eines ziemlich gut erhaltenen Fuchsgebisses, rauschenden Flüssen, einer großen Pfütze mit Fischen!?, etwas das aussieht wie eine fleischfressenden Pflanze und zahlreichen Höhlen. Klar das ich mir es da nicht nehmen lasse, meinen Finger noch einmal ordentlich auf den Auslöser meiner Kamera zu pressen.

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Nach etwa drei Stunden liegt der Zeltplatz dann ganz plötzlich vor uns. Um uns auszuruhen machen wir es und auf einer Bank mit Sandwich und Keksen bequem. Nachdem der erste Hunger und Durst gestillt ist, schauen wir uns den wirklich coolen Grillplatz der Unterkunft mitten im Felsen genauer an. Anschließend erkunden wir noch ein wenig die Gegend. Wir beschließen demnächst noch einmal hierher zu kommen und das Auto am Zeltplatz zu  parken. Von dort aus lassen sich nämlich weitere, wunderbare Wandertouren auf den Bergrücken unternehmen. Für heute ist uns das mit Blick auf den Rückweg dann doch etwas zu viel und so schlendern wir ganz langsam und mit beginnenden Schmerzen in den Beinen zurück zu unserem Geländewagen. Erst jetzt wird uns bewusst wie viel bergab wir auf dem Hinweg gegangen sind und stellen entsetzt fest, dass ziemlich viele Teile des Rückweges daher für uns ja auch wieder bergauf gehen.

Ein, zwei Biegungen vor unserem Ziel sind erblicke ich wirklich lustigen Felsen, die aussehen als seien sie mit Schokolade überzogen. Wieder einmal staune ich nicht schlecht darüber, was die Natur hier so alles zu bieten hat.

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Kurz bevor ich mich dann am liebsten für eine gaaaanz lange Pause auf den Boden gesetzt hätte, taucht das Auto in unserem Blickfeld auf. Überglücklich und erschöpft lassen Jana und ich uns in die Sitze fallen. Zuhause gönnen wir uns zur Krönung des Tages erstmal ein echtes Wikinger-Bier. Haben wir uns verdient, finde ich.

Noch einmal knapp zusammengefasst lässt sich sagen, dass die heutige Wanderoute an Abenteuer und Schönheit  schwer zu übertreffen ist.

Wer die Zeit und die Lust hat und gerade zufällig in Südisland ist, sollte nicht zögern. Game of Thrones-Feeling inklusive, versprochen!

Besuch aus der Heimat (16.05.16)

So schnell sieht man sich in Island wieder…

Gerade als ich auf die Tankstelle in Vík fahre, um meine Freundin Mel abzuholen, kommt auch ihr Bus aus Reykjavik zum stehen. Als wir uns freudig begrüßen scheint die Sonne fröhlich vom Himmel hinab. NOCH…

Als wir uns am Mittag zum Black Beach (s.auch Wenn der Strand aus Lava ist…(10.03.16)) aufmachen vollen sieht die Welt draußen ganz anders aus. Es regnet, stürmt und ist kalt. War ja klar, dass sich mein Island gleich am ersten Tag von seiner besten Seite zeigt… Aber, da uns das bisschen Unwetter ja nichts ausmacht ziehen wir unseren Plan einfach trotzdem durch.

Am schwarzen Strand angekommen, zeige ich ihr die drei Felsnadeln Skessudrangur, Landdrangur und Langsamur und den Reynisfjara-Felsen. Zugegeben die Sicht ist heute nicht besonders gut, aber der Blick auf die versteinerten Trolle und die interessante Felsformation lohnt sich trotzdem. Außerdem hat das Ganze bei schlechten Wetter so ein bisschen was von Shutter Island, was auch seinen ganz eigenen Reiz hat.

 

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Weil uns ziemlich schnell die Füße gefrieren, beschließe ich  nach dem Ausflug zum Strand, mit ihr zu meinen Arbeitsplatz zu fahren und anschließend einen kleinen Rungang über die Farm zu machen.

Da wir nicht wild darauf sind, bei diesem Wetter noch durch die Gegend zu fahren, kuscheln wir uns gegen Abend auf’s Sofa und schauen uns die Verfilmung des Stephen-King-Romans Misery an. Übrigens sehr zu empfehlen für graue Tage und das Verlangen nach ein wenig Psycho-Grusel.

Am nächsten Morgen sieh der Blick nach draußen dann zum Glück schon  besser aus. Darum machen wir uns auch gleich nach dem Frühstück auf den Weg zu den beiden wirklich sehenswerten Wasserfällen in dieser Gegend. Als erstes machen wir daher am imposanten Skogafoss halt. Gut besucht wie immer, rauschen die Wassermassen über die Klippen.

 

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Natürlich lassen wir es uns dann auch nicht nehmen, die vielen Stufen am Wasserfall entlang, nach oben zu steigen. Die Aussicht ist wirklich grandios und entschädigt uns dafür, dass wir doch ein wenig ins Schwitzen gekommen sind. Beide müssen wir lachen, als ein Tourist uns plötzlich nach einem Selfie fragt und uns damit auf seinen Urlaubserinnerungen verewigt. Warum auch nicht!

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Gut gelaunt machen wir uns dann auf den Weg zum etwas weiter entfernten Seljalandsfoss. Wie ich ja schon einmal an andere Stelle geschrieben habe, kann man einmal ganz um diesen Wasserfall herum gehen, was wirklich cool ist. Natürlich machen wir das dann auch.

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Was darf bei einen perfekten Tag in Island anschließend nicht fehlen? Na klar, das Baden gehen.  Und was eignet sich dafür besser als der Naturpool Seljavallalaug, der sowieso auf dem Rückweg zur Farm liegt.

Noch ein wenig skeptisch, ob die Idee aufgrund der doch recht frischen Außentemperaturen so gut ist, machen wir uns auf dem Weg zum Schwimmbecken im Canyon. Als wir dann im Wasser sind verflüchtigt sich dieser Gedanke ganz schnell. Wir verharren sogar ziemlich lange im Wasser, genießen die Aussicht und die Wärme. Das wir dabei immer näher an die Heißwasser-Zufuhr gekrochen sind, verschweige ich jetzt einfach mal 🙂

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Zurück auf der Farm quatschen wir dann bei einem Teller Nudeln über alles mögliche und ruhen uns ein wenig aus. Am Abend haben sich die Wolken am Himmel dann endlich verzogen und der Zeitpunkt ist perfekt um den Puffins einen Besuch abzustatten. Von Kopf bis Fuß in warme Klamotten eingehüllt fahren wir zur Halbinsel Dyrhólaey. Ach ja, ich glaube ich brauche nicht wiederholen, wie sehr ich diesen Platz liebe. Umso mehr freue ich mich, dass es Mel hier auch gefällt als wir zunächst einmal Richtung Vík blicken, am Strand den Wellen zuschauen und den Sonnenuntergang am Leuchtturm bestaunen. Oh Boy, klingt das kitschig!

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Die Puffins lassen dann auch nicht lange auf sich warten und die Anschleichversuche, um den niedlichen Vögeln so nahe wie möglich zu kommen, sind ebenfalls von  Erfolg gekrönt. So ist auch dieses super Foto hier entstanden.

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Etwas durchgefroren, aber vollends zufrieden, ruft uns spät abends dann wieder die Couch. Heutiger Film des Tages:  The Princess Bride! Diesen Film habe ich als Kind rauf und runter geguckt. Einen besseren Ausklang für diesen Tag gibt es wohl nicht.

Da wir Mels letzten Tag unbedingt noch ausnutzen möchten, wandern wir nach dem Frühstück daher auf den Reynisfjara-Berg und genießen die Aussicht auf das weite Meer und die drei versteinerten Kobolde im Wasser unter uns (s. auch Walking On Sunshine (17.03.16)).

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Anschließend machen wir noch am Hörleifshöfdi (s. auch  Ein magischer Montag…(10.04.16) ) halt.  Heute gibt die Sonne wirklich alles und verbrennt uns ein wenig die Nasen.

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 Die Lupinenfelder sind einfach zu schön und die Höhle im Felsen des Hörleifshöfdi einfach nur cool!

Die letzten Stunden bevor der Bus für Mel wieder in Richtung Reykjavik fährt, faulenzen wir und schauen uns all die schönen Fotos der letzten Tage an.

Als es abends auch schon wieder Zeit für die Abfahrt wird, ist es schon ein komisches Gefühl nicht mit Richtung nach Hause zu fahren. Das ich dafür natürlich in Island bleibe relativiert die Sache dann aber auch wieder sehr schnell. Obwohl Mel so gesehen nur 2,5 Tage bei mir war, haben wir doch viel gesehen und geschafft. Ein Kurztrip an die Südküste Islands lohnt sich also durchaus  auch! Schön war es allemal. An der Rolle des Island-Guides habe ich durchaus gefallen gefunden.

Als nächsten kommt mich meine Mama besuchen. Am Programm arbeite ich schon 🙂

Pooltag in Island (14.05.16)

Warum es eine gute Idee ist seinen freien Tag im Schwimmbad zu verbringen…

Die Sonne scheint, Jana und ich haben heute beide frei und das wollen wir nutzen. Nachdem wir gestern einen entspannten Spieleabend genossen haben, machen wir uns daher auf den Weg zu unserem ganz persönlichen Erholungsausflug. Unser Ziel: Das Open Air-Schwimmbad in Vík.

Der Eintritt ist mit etwas mehr als 3 Euro vollkommen okay und in Island sowieso ein echtes Schnäppchen. Die Isländer haben übrigens ihre ganz eigenen Schwimmbad-Regeln. Schon im  Eingangsbereich soll man seine Schuhe ausziehen und diese einfach dort stehen lassen. Im Umkleide- und Duschbereich befinden sich Schilder mit strikten Anweisungen. Das bedeutet, runter mit allen Klamotten, duschen und mit der  Seife (die extra für alle Besucher bereit liegt)  alle auf den Schildern angezeigten Körperregionen ordentlich zu schrubben. Manche finden das jetzt vielleicht merkwürdig oder übertrieben, ich finde es irgendwie sympathisch. Danach darf es dann losgehen!

Im Außenbereich angekommen, flüchten Jana und ich dann erst einmal in den heißen Pool, der mit 40° wirklich heiß ist. Es ist nicht viel los. Noch so ein Vorteil an den kleinen Poolanlagen in Island. Viel Platz und Ruhe.

Als es mir dann irgendwann mit dem Gesicht in der Sonne und dem Körper im Wasser zu heiß wird, gehe ich zu dem großen Schwimmbecken, dass sich mit seinen 28° nicht so kalt wie erwartet anfühlt. Nachdem ich eine Weile geschwommen bin und dabei den Ausblick auf den Reynesfjall-Berg in Vík genossen habe, entspanne ich noch eine Runde im Sauna-Pool.

Als Jana und mir dann schon Schwimmhäute wachsen, machen wir uns auf den Weg zu den Duschen.

Auf dem Rückweg halten wir dann noch am Black Beach-Restaurant, wo ich mir eine große Tüte Pommes gönne. Schwimmen macht ja bekanntlich hungrig, auch wenn ich hauptsächlich im 40° heißen Pool so vor mich hin vegetiert bin. Rituale müssen eingehalten werde und zum Schwimmen gehören eben Pommes.

Zurück auf der Farm lege ich mich mit einer Decke nach draußen auf die Wiese und vertiefe mich in meinem Buch. Abends stelle ich dann noch zufrieden einen leichten Sonnenbrand auf meiner Nase fest. Besser kann ein freier Tag nicht sein!

Where are you from? (08.05.16)

Oder auch: Warum die Arbeit im Hotel großen Spaß macht…

Es ist doch ein einfach ein schönes Gefühl morgens die Arbeitsklamotten überzustreifen und sich auf die vor einem liegende 12-Stunden-Schicht zu freuen. Das ist kein Scherz – mir geht es wirklich so!

Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich habe nichts auszusetzen an meinem Arbeitsplatz im Volcano Hotel. Meine Gasteltern Magret und Johann (die mittlerweile zu Joi und Magga geworden sind) tragen einen großen Teil dazu bei.

Foto folgt noch 🙂

Mit ihnen kann ich nett plaudern und finde immer Antworten und Lösungen auf alle Fragen und Probleme, die hier und da so auftauchen: Was kann ich als nächstes unternehmen? Kommt jemand mit mir zur Bank, ich verstehe nur Bahnhof?  Und was machen wir eigentlich wenn Katla ausbricht? (So das ganz Alltägliche eben)

Ein rauer Ton ist hier ein Fremdwort und der Name Familienhotel Programm. Für mich, die schon den ein oder anderen Horrorjob in der Gastronomie und im Einzelhandel hinter sich hat, ist das eine Wohltat. Bevor ich mit der Arbeit im Hotel anfing, war ich zugegebener Maßen eher skeptisch, ob ich Gefallen am Putzen, Kochen und Gäste umsorgen finde. Jetzt nach etwas mehr als drei Monaten kann ich sagen: Ja! Da kann man mal sehen,  wenn das Umfeld stimmt, der Spaß an der Sache ganz von alleine kommt.

Für mich ist das Highlight eines jeden Arbeitstages, der Kontakt mit den Gästen aus aller Welt. Es ist jeden Tag aufs Neue spannend zu sehen, wer letztendlich hinter den Namen in der Buchungsliste steckt und mehr über ihre Herkunft und ihr Leben zu erfahren. Was hatte ich nicht schon für interessante und nette Gespräche über das einzigartige Island, meine Lieblingsstadt Hamburg, die Situation für Landmaschinenvertriebe in Großbritannien, Angela Merkel und den Rest der Welt, den berühmten FC Bayern und den armen HSV, über die Kinder von Kindern und deren Kinder und na klar: Donald Trump.

Deshalb habe ich auch eine Liste mit den Städten, Staaten und Ländern angelegt, die hier im Laufe der Zeit so vertreten waren (diese werde ich dann später an andere Stelle auch auf meinem Blog veröffentlichen).

Die Visitenkarte von Susie und Thomas, mit der Bitte sie in Portland besuchen zu kommen, hängt an der Wand über meinem Schreibtisch und ich denke mir so: Warum nicht? 🙂

Der endgültige Anstoß gerade jetzt noch einmal über die Arbeit zu schreiben war aber der gestrige Abend. Die 17-Köpfige-Familie, die aus Kanada, Australien und den U.S.A in unserem Hotel zusammengekommen war, bescherte mir einen schönen Abend.

Während Magga das Abendessen für die Familie gekocht hat, habe ich alle mit Getränken versorgt und mich mit dem ein oder anderen länger unterhalten. Na gut, Getränke verteilen  war eigentlich meine Hauptaufgabe an diesem Abend. Später am Abend versuchte mein neuer Freund aus Texas mich dann davon zu überzeugen, doch bei ihm und seinen Verwandten zu sitzen und mitzutrinken, während er sein zehntes Bier leerte, was mir echt gute Laune machte. Ich habe es dann beim Sitzen belassen.

Da ich eine wirklich gute Zeit hatte, störte es mich auch nicht länger auf der Arbeit zu bleiben. Erst als alle allmählich auf ihren Zimmern verschwunden waren, machte ich mich mit dem guten Gefühl eine Arbeit zu haben die Spaß macht, auf den Heimweg.

Auch wenn mir dann an Abenden wie diesen, schon einmal die Beine schmerzen und die Augen vor Erschöpfung zufallen, freue ich mich jedes Mal schon auf den nächsten Tag und all die neuen Leute die ich treffen werde.

Hallo Lieblingsplatz… (26.04.16)

Warum die Halbinsel Dyrhólae für mich der schönste Platz an der Südküste ist…

Es ist 20:00 Uhr und Ende April. Die Tage sind merklich länger und die Nächte nicht mehr ganz so dunkel, wie noch vor kurzer Zeit. Ganz langsam hält der Sommer Einzug. Es ist nicht das erste Mal, dass ich zum Kap Dyrhólae fahre, nur möchte ich heute auch endlich mal darüber berichten. Die Halbinsel, die übersetzt „Türlochinsel“ heißt und ihren Namen der ins Meer ragenden Steinwölbung mit Loch verdankt,  ist mein absoluter Lieblingsplatz an der Südküste Islands.

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Sicherlich ist Dyrhólae zu allen Tageszeiten sehenswert und wirklich atemberaubend, ich finde aber das die Abendsonne dem ganzen noch einmal die Krone aufsetzt. Zum einen ist die Halbinsel der Hotspot für einen traumhaften Sonnenuntergang und zum anderen sind die Klippen ein beliebter Treffpunkt für die Puffins (Papageientaucher), einer der Tierattraktionen Islands. Mit dem Sommer kommen auch die niedlichen, kleinen Vögel, die mich immer ein bisschen an geschrumpfte Pinguine erinnern (s. Bild weiter unten). Seit zwei Tagen sind sie nun hier in der Gegend und daher wird es höchste Zeit mir die roten Schnäbel mal aus der Nähe anzusehen.

Wie gewohnt parke ich auf dem unteren Parkplatz, da ich von dort aus Zufuß zum Leuchtturm und Puffin-Sammelpunkt hinaufspazieren möchte. Zunächst führt mich mein Weg aber zu dem schmalen Stück Strand, dass von Felsen umgeben ist. Hier lassen sich wirklich tolle Fotos machen, da die Wellen wild und hoch an den Felsen brechen. NIcht nur einmal muss ich einer großen Welle ausweichen um nicht nass zu werden.

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Nachdem ich das Wasserspiel eine ganze Weile beobachtet habe, setze ich meinen Rundgang über die Halbinsel fort. Ich gehe an den Klippen entlang, von denen aus man einen tollen Blick über das offene Meer hat. Dann mache ich mich auf den Weg, die leichte Steigung zum Leuchtturm zu erklimmen. Die Sonne steht schon tief und taucht die Landschaft um mich herum in ein phantastisches Licht. Als ich am Leuchtturm und somit dem höchsten Punkt Dyrhólae angelangt bin, genieße ich zunächst die Aussicht auf den Felsvorsprung mit erwähntem Türloch. Obwohl die Ostseite der  Halbinsel eigentlich schon im Schatten liegt, erstrahlt  die Felsformation im Sonnenlicht. Nicht umsonst ist dieser Ausblick auf so vielen Postkarten hier im Süden zu finden.

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Um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen, gehe ich am Leuchtturm vorbei, zur Westseite der Landspitze. Der Ausblick der sich mir dort bietet ist unbeschreiblich. Vor mir liegt die Küstenlinie auf der sich Meer, Stand und Sonne treffen. In der Ferne sehe ich die Berge, die im Abendlicht erstrahlen. Auch die Puffins sind schon von ihrem Tag auf See heimgekehrt und fliegen entweder wild umher, oder machen es sich auf den moosbewachsenen Klippen bequem.

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Heute habe ich wirklich Glück und die niedlichen Vögel lassen mich wirklich nah herankommen. Da ich die ganze Szenerie unbedingt mit der Kamera festhalten möchte verbringe ich eine Weile damit, Fotos zu schießen.

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Als ich den Sonnenuntergang im Leuchtturmfenster entdecke,  knipse ich auch hiervon noch ein paar Bilder.

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Erst als die Sonne schon fast hinter den Bergen verschwunden ist, schaue ich auf die Uhr und  kann ich gar nicht glauben, dass drei Stunden vergangen sind. Eigentlich hatte ich nur einen kurzen Spaziergang geplant.

Da es langsam echt kalt wird mache, ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Am Parkplatz angekommen, werfe ich noch einen letzten Blick auf den Strand, der in rosa Licht getaucht, vor mir liegt. Märchenhaft.

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Total glücklich über meinen kleinen, größeren Ausflug fahre ich mit den letzten Sonnenstrahlen, zurück zur Farm.

Tschüss Lieblingsplatz, bis zum nächsten mal! 🙂

Living Next Door To Katla (21.04.16)

Mein Tag auf der Katla-Supertruck-Tour

An diesem sonnigen Morgen mache ich mich, zusammen mit Johann und einer Familie aus Michigan, auf den Weg, die Gegend mit dem Truck zu erkunden.

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Während wir zu unserem ersten Ziel fahren, versorgt Johann uns mit interessanten Informationen rund um Katla, einen der aktivsten Vulkane Islands. Dieser liegt unter der Gletscherdecke des Mýrdalsjökull, auf den ich von der Farm aus übrigens einen sehr guten Blick habe.

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Erst jetzt wird mir so richtig bewusst, dass ich direkt neben einem aktiven Vulkan wohne. Zwar ereignete sich die letzte große Eruption im Jahr 1918 , dennoch wurden bis heute immer mal wieder kleinere Beben im inneren des Vulkans verzeichnet. Laut Johann ist ein Ausbruch in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich. Er freut sich schon darauf und möchte das ganze aus nächste Nähe miterleben. Ich bin in diesem Moment eher dankbar, dass wir von Jahren und nicht Monaten sprechen 🙂

Nach einer 15-minütigen Fahrt die uns  von Vik aus auf der Ringstraße weiter nach Osten und dann über eine schwarze Sandwüste  näher an den Gletscher heranbringt, liegt vor uns eine Landschaft die aus einem Fantasy-Roman entsprungen zu sein scheint.  Wir steigen aus und sehen uns um.  Der Anblick ist gigantisch. Die schwarze Sandfläche gibt einem das Gefühl auf dem Mond gelandet zu sein und beim Anblick der grün-braunen Berge die noch etwas mit Schnee bedeckt sind, fühle ich mich wie ein Hobbit auf Abenteuerreise.

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In dieser Gegend wurden daher auch Filme, wie der neue Star Wars Teil und Noah gedreht. Johann führt uns dann noch zum Kötlujökull, der äußerten, südöstlichen  Ecke des Mýrdalsjökull. Der Anblick ist echt faszinierend. Dieser Teil des Gletschers ist mit schwarzer Lava überzogen und gibt einem das Gefühl irgendwo zwischen Erde und Mond gelandet zu sein.

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Aber damit noch nicht genug. Im Eis entdecken wir eine Höhle und sind uns einig das ganze mal aus der Nähe zu betrachten. Einfach nur beeindruckend.

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Bevor es zurück zum Auto geht erzählt uns Johann noch ein wenig über die verschiedenen Steine, die hier in der Gegend zu finden sind. Besonders der Obsidian, aus dem der Geschichte nach die Wikinger ihre Waffen fertigten, hat es mir angetan. Der schwarze, scharfkantige Stein, entsteht wenn heiße Lava in kürzester Zeit abkühlt. Als ich ein besonders schönes Exemplar entdecke, stecke ich es als Souvenir in meine Jackentasche.

Der Weg zu unserem nächsten Ziel, führt uns eine gefühlte Ewigkeit durch schwarze Wüste und die Sonne lässt die Luft schwirren, als würden wir gerade die Sahara passieren. Über eine Fata Morgana würde ich mich jetzt auch nicht mehr wundern. Island ist schon irgendwie verrückt.

Die schwarze Sandfläche, die dieses Gebiet so weitläufig umgibt, entstand durch die Gletscherläufe, als Folge der Vulkanausbrüche.

Als wir halten, stelle ich fest, dass wir zu einem meiner Lieblingsplätze gefahren sind: Hjörleifshöfði, über das ich euch ja schon in einem früheren Beitrag berichtet habe ( s. Ein magischer Montag).

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Nur die Höhle, die Johann uns jetzt zeigt, hatte ich damals nicht gesehen. Diese liegt auf der Meerseite des Hügels und ist erst zu sehen, wenn man schon fast davor steht. Der Eingang sieht wirklich witzig aus und erinnert an einen Wikinger mit Helm.

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Vom Höleninneren  genieße ich den Ausblick auf feinsten Sandstrand und das Meer.

Vom Hjörleifshöfði aus, geht es dann zurück nach Vik. Dabei lässt es Johann sich nicht nehmen, mit dem Truck ordentlich am Strand entlang zu heizen. Ich fand meinen Gallopp zwar besser, aber das ist auch nicht schlecht.

In Vik angekommen, fahren wir die schmale „Straße“ zum Reynisfjara-Berg hinauf. In diesem Moment bin ich echt froh keine Höhenangst zu haben. Vielmehr genieße ich den sehr bequemen Aufstieg, da ich bei meinem ersten Ausflug auf diesen Berg, ja fleißig gewandert bin (s. Walking on Sunshine).

Oben angekommen ist der Ausblick auch beim zweiten Mal einfach nur genial und wir genießen für eine Weile die Sonne, den Blick auf das grenzenlose Meer das vor uns liegt, auf Vik und die Küste.

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Als wir dann Richtung Hotel rollen ist es schon Nachmittag. Die Gäste sind glücklich und ich bin es auch. Die Tour war einfach nur Klasse. Dafür steht man doch gerne früh auf, an seinem freien Tag. Und so einen Vulkan als Nachbarn zu haben und zu sehen welche Auswirkungen dieser auf die Natur ringsherum hat, ist wirklich hochinteressant.

Achja, wer sich jetzt fragt, warum eigentlich Katla, der erfährt hier die ganze Geschichte: http://www.visitklaustur.is/en/local-stories/katla-the-hag/folk-tale-the-story-of-katla-the-hag-and-her-magic-breeches

Vom Lande in die Stadt (15.04-17.04)

Mein Wochenende in Reykjavik…

Voller Vorfreude und immer noch glücklich über den Anblick der Nordlichter am Abend zuvor, packe ich an diesem Freitagvormittag meinen Rucksack für ein freies Wochenende in Reykjavik.

Kurz vor 16:00 Uhr bringt Jana mich zur Tankstelle in Vík und nur wenig später geht es im Bus Richtung Stadt. Während ich auf meinem Handy das Hörspiel zu Game of Thrones laufen lasse, schaue ich für die nächsten zweieinhalb Stunden gebannt aus dem Fenster. Die Sonne strahlt von einem wolkenlos blauen Himmel hinab und die Landschaft ist wirklich faszinierend. Da der Schnee auf meiner Hinfahrt nach Vík im März noch alles bedeckte und durch den Schneesturm nicht mal Umrisse der Landschaft zu erkennen waren, bin ich nun umso erstaunter über die Schönheit und Vielfältigkeit, die sich mir beim Blick aus dem Fenster bietet.

Zu meiner linken Seite liegen Feldern, Farmen, schwarze Lavawüste und das Meer. Auf der anderen Seite, ist die Landschaft das genaue Gegenteil. Berge, Gletscher, Felsen, Flüsse und Wasserfälle ziehen an mir vorbei. Die Sonne verleiht dem Ganzen eine leuchtende Intensität.

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Die Fahrt vergeht so ziemlich schnell und gegen 20:00 Uhr komme ich im Zimmer des Hostels an, dass ich für meine Tage in Reykjavik gebucht habe. Gespannt betrete ich das Zimmer und stelle amüsiert fest, dass hier schon eine kleine Party am laufen ist. Da ich ein Bett in einem gemischten 12er Schlafsaal gebucht habe, lerne ich dann gleich darauf erst einmal Vicky aus Schottland, Patrick und Toni aus den Staaten und Marnell und Megan aus Holland kennen.

Nach zwei Stunden, in denen wir uns gegenseitig übereinander ausgefragt haben, machen wir uns auf Patricks Wunsch hin, auf den Weg in die Queer-Bar Kiki,  die im Herzen von Reykjavík liegt.

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Schnell merke ich, dass alles was ich bisher über die Partyszene freitagnachts in Reykjavik gelesen habe, stimmt. Unzählige junge Leute sind auf den Straßen, die Frauen präsentieren sich von ihrer besten Seite und jeder redet irgendwie mit jedem. Die Stimmung in der Stadt ist super und bleibt es auch, als wir die Bar betreten.

Zufrieden stelle ich fest, dass mir die Musik gefällt und das Bier schmeckt. Unser kleines Grüppchen unterhält sich angeregt über Gott und die Welt und wir tanzen sogar einige Male. Die Besucher der Bar sind so bunt gemischt wie die Hausfassade des Kikis und das ist super so. Mit so einem Verlauf des Abends hatte ich auf meiner Fahrt nach Reykjavik nicht gerechnet. Meistens sind spontane Unternehmungen doch immer die besten.

Irgendwann sind wir Mädels müde und überlassen das Party machen den Jungs. Im Hostel angekommen erklimme ich dann mein Hochbett und mache erschöpft aber bestens gelaunt  die Augen zu. Erstaunlicherweise schlafe ich trotz meiner vielen Zimmergenossen wunderbar und werde nur einmal ganz kurz wach, als Patrick und Toni um sechs Uhr in der Früh dann auch mal ihren Weg ins Bett finden.

Noch etwas müde, begebe ich mich dann einige Zeit später zu dem Treffpunkt, von dem aus die von mir gebuchte Free Walking Tour durch Reykjavik starten soll. Sammelpunkt ist das Parlamentshaus im Zentrum und ich muss etwas schmunzeln als dieses, nur etwas grösser als ein Einfamilienhaus, vor mir auftaucht. In Island ist halt alles ein bisschen kleiner. Ich finde das erfrischend, schließlich muss es nicht immer gleich ein ganzer Palast sein.

Obwohl es leicht regnet und heute auch ziemlich kalt ist, ist die Tour wirklich spitze und hochinteressant. Marteinn unsere Guide ist witzig und es macht Spass im zuzuhören, auch wenn oder gerade weil sich der Rundgang hauptsächlich mit der Geschichte Reykjavik’s befasst. Als wir während der Tour vor einer Statue stehen, die noch den Lippenstift von der letzten Pride Parade trägt, müssen alle lachen. Dass dieser bisher nicht entfernt wurde finde ich einfach nur klasse und überaus sympathisch.

Nach zwei Stunden kommen wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. Da die Tour ausschließlich von den Spenden der Teilnehmer lebt, wirft am Ende jeder so viel wie er mag, in Marteinns Rucksack. Ich bedanke mich bei ihm für die tolle Führung und mache mich dann auf den Weg zum isländische Nationalmuseum.

Ganze vier Stunden befasse ich mich mit der spannenden Geschichte Islands und lasse mir am Computer die Vergangenheit dieser noch relativ jungen Insel erklären. Für 10 Euro Eintritt lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, vorausgesetzt man hat genug Zeit und Interesse an der Historie Islands mitgebracht.

Als ich das Museum verlasse, hat sich das Wetter zwar nicht gebessert, meine Laune ist aber dennoch bestens. Auf dem Rückweg ins Hostel, sehe ich mir dann noch die Kirche Hallgrímskirkja an (bei meinem nächsten Besuch möchte ich auf jeden Fall die Aussicht von der Spitze der Kirche genießen), laufe anschließend am Wasser und dann ein wenig die Shoppingstraße Laugavegur entlang, wo ich mir anschließend in einem kleinen Bistro eine Nudelsuppe gönne.

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Besonders auffallend auf meinem kleinen Erkundungsspaziergang, sind die vielen bunten Graffitis und Malereien an allen Ecken und Enden. Das verleiht der kleinen Stadt einen wirklich coolen Touch.

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Als ich auf dem Weg zurück ins Hostel den Chuck Norris-Grill entdecke, setzte ich diesen auf meine imaginäre Liste, für die Dinge, die ich während meiner nächsten Besuche in Reykjavik noch machen möchte.

Zurück im Zimmer, plaudere ich noch eine ganze Weile mit Vicky und den anderen Reisenden aus unserem Zimmer. Patrick und Toni sind schon abgereist, aber zum Glück gibt es ja Facebook und Co. um in Kontakt zu bleiben. Irgendwann bin ich dann echt müde und lege mich schlafen.

Am nächsten Morgen geht es dann schon wieder zurück nach Vik. Erleichtert, dass alles so gut geklappt hat mit den Busverbindungen, döse ich während der Fahrt so vor mich hin und lausche wieder dem Kampf um den Thron…

Mein Fazit: Ich finde Reykjavik besitzt viel Charme, ist bunt, fröhlich und einen Besuch definitiv wert. Den Flair einer Großstadt sucht man hier natürlich vergeblich, aber das macht am Ende für mich den ganz persönlichen Reiz aus. Wer in seinem Urlaub auch feiern gehen möchte, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Das Hostel war für den Preis von 20 Euro pro Nachtverhältnismäßig günstig und so ein 12er-Zimmer geht für ein Wochenende schon in Ordnung. Vor allem wenn man alleine reist, trifft man hier doch sehr viele nette Leute. Im Juni werde ich zusammen mit meiner Mum noch einmal die Stadt unsicher machen. Darauf freue ich mich schon. Fortsetzung folgt also!

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Abschließend sei aber noch gesagt, dass mir mein Platz an der Südküste, mitten in der Natur doch besser gefällt, denn das ist zum einen auf jeden Fall mehr Island und zum anderen habe ich  Stadt auch Zuhause in Hamburg 🙂

P.S. Für diejenigen unter euch, die einen Trip nach Reykjavik planen sind hier noch ein paar nützliche Links ->  Free Walking Tour: http://citywalk.is/ Hostel: http://hlemmursquare.com/hostel/ Busfahrpläne: http://www.straeto.is/ Isländisches Nationalmuseum: http://www.thjodminjasafn.is/