Wenn der Himmel plötzlich tanzt (15.03.16)

Sternenstunde unter den Nordlichtern…

Es ist Mitte April und so langsam bekomme ich Torschlusspanik. Obwohl ich die Nordlichter ja schon vom Flugzeug aus bewundern durfte, ist es doch mein Wunsch die grünen Lichter auch noch einmal am isländischen Himmel bestaunen zu dürfen. Schon in wenigen Tagen, werden die Nächte heller und die Chance auf das Spektakel immer geringer. Heute Nacht muss es also endlich soweit sein. Recht optimistisch gestimmt, da  alle Vorhersagen eine hohe Aktivität der Lichter in dieser Nacht versprechen, warte ich in meinem Zimmer darauf das es draußen richtig dunkel wird.

Gegen 23:30 Uhr werfe ich einen Blick aus der Haustür und sehe tatsächlich die ersten, grünen Anzeichen am Sternenhimmel. Als der zuerst schwache Schimmer immer kräftiger wird, ziehe ich mich an, schnappe mir meine Kamera und laufe aufgeregt hinaus. Jetzt blitzen in kurzen Zeitabständen immer wieder die grünen Lichter am Himmel auf. Tyrra die Farmhündin gesellt sich zu mir und so stehen wir einfach nur da und blicken hinauf zu den Sternen.

Nach einer Weile, in der die Lichter immer stärker werden, beschließe ich Jana zu wecken, auch wenn sie krank und müde ist, will sie sich das bestimmt nicht entgehen lassen. Zum Glück sollte ich recht behalten und sie freut sich tatsächlich von mir geweckt worden zu sein.

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Der Himmel und jetzt auch die Lichter wirken, auf der Farm zum Greifen nah. Das ist mir schon in anderen Nächten aufgefallen. Irgendwann ist Jana zu kalt und sie legt sich schlafen. Ich kann mich noch nicht losreißen und ignoriere, dass ich langsam auch echt zu frieren anfange. Die Nächte in Island sind doch echt bitterkalt.  Doch ich werde belohnt. Ganz plötzlich erstrahlt der Himmel über mir in einem kräftigen, hellen grün und pink. Die Lichter tanzen und ich bin überwältigt von diesem Naturschauspiel. Irgendwo in der Ferne höre ich Leute jubeln und klatschen und ich muss herzlich lachen.

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Nach einigen Augenblicken und etlichen Fotos später (die das Spektakel leider nicht einmal halb so gut wiedergeben) ist der Himmel dann auf einmal dunkel. So als wäre nichts gewesen. Immer noch fasziniert sage ich Tyrra gute Nacht und lege mich glücklich schlafen.

Ein magischer Montag…(10.04.16)

Von Pferden, Glück und Geschichte…

Montage sind ja eigentlich immer doof. Nun, dieser ist einer an den ich mich immer gerne zurückerinnern werde. Der Morgen könnte nicht schöner beginnen. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel auf Vik hinab und ich freue mich wahnsinnig auf meinen bevorstehenden Ausritt. Obwohl mir im August ja noch eine ganze Woche Ferien zu Pferd bevorstehen, konnte ich einfach nicht so lange auf meinen ersten Ritt auf einem echten Isländer warten (zum Glück überhaupt nicht zweideutig).

Als ich auf dem Hof ankomme, der nicht aus viel mehr als einem Stall, einem kleinen Reitplatz und einer Koppel mit grasenden Schafen besteht, scheine ich die Einzige zu sein. Im Stall finde ich M. (leider weiß ich nicht mehr so ganz genau ihren Namen, aber M. ist jedenfalls nicht falsch ;)). Sie erklärt mir, dass tatsächlich nur ich für eine Tour angemeldet bin. Schon kurze Zeit später, merke ich, dass dies das Beste ist, das mir hätte passieren können. Gemeinsam satteln wir die Pferde, Thor und Atlas. Atlas ist für heute mein Pferd. Nach einer kurzen Kennenlernrunde zwischen Mensch und Tier auf dem Reitplatz, kann es dann endlich losgehen.

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Gemütlich reiten wir aus Vik hinaus, ins offene Gelände. M. und ich unterhalten uns angeregt und es fühlt sich fast schon so an, wie ein allmorgendlicher Ausritt mit einer alten Freundin. Irgendwann ist es dann soweit: Auf mein Kommando hin verfällt Atlas in einen schnellen Tölt (besondere Gangart der Isländer) und ich bin begeistert. Es fühlt sich so an als säße ich auf einer bequemen Couch, während ein Film mit atemberaubender Kulisse im Fernsehen läuft.

Atlas hat auch sichtlich Spaß und ist kaum zu bremsen. M. schlägt dann noch vor ein Stück am Strand zu galoppieren und ich stimme glücklich zu. Auf dem Weg zum Black Beach durchqueren wir einen Fluss und ich fühle mich ganz kurz wie in einer anderen Zeit. Das meine Füße dabei halb im Wasser sind, stört mich nicht.  Isländer sind eben nicht die größten Pferde. Am Strand angekommen, nutzen wir dann das schöne Wetter und die bezaubernde Umgebung für eine kleine Fotosession. Schließlich müssen solche schönen Momente doch festgehalten werden.

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Anschließend galoppieren wir ein ganzes Stück auf dem schwarzen Sand entlang zurück zum Hof. In Gedanken setze ich auf meiner imaginären Wunschliste einen Haken hinter „Irgendwann einmal Strand entlang galoppieren“. Das anschließende Bad im Staub haben  sich Atlas und Thor wirklich verdient. Mit einem Apfel und einer ausgedehnten Streicheleinheit verabschiede ich mich dann von den beiden. Bei M. bedanke ich mich glücklich über diesen schönen Vormittag. Mein Geld möchte sie nicht.“Für mich war das heute ein schöner Ausritt, wie mit einer alten Freundin“, sagt sie und zwinkert mir zu. Solche Momente sind doch einfach am schönsten.

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Voller Energie setze ich mich ins Auto und beschließe, dass mein Ausflug heute noch nicht zu Ende ist. Ich mache mich daher auf dem Weg zum Zungenbrecher Hügel Hjörleifshöfdi, den Jana mir vor ein paar Tagen empfohlen hatte. Nach einer fünfminütigen Fahrt weiter nach Osten und einem kurzem Weg durch schwarze Sandwüste, bin ich am Ziel. Bevor ich mich daran mache den Hügel zu erklimmen, lese ich neugierig die Informationstafeln.  Schnell wird mir klar, dass diese auf den ersten Blick eher unscheinbare Erhöhung, nur so vor Geschichte  strotzt.

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Den Erzählungen nach,  finden die Wikinger Hjörleifur Hróðmarsson und Ingólfur Arnarson im Jahr 874 gemeinsam ihren Weg nach Island. Jedoch werden die beiden Blutsbrüder bei einem Sturm getrennt und Hjörleifur überwintert mit seinen Männern und Frauen auf dem später nach ihm benannten Hügel Hjörleifshöfdi. Im Frühling, des darauf folgenden Jahres, ermorden Hjröleifurs irische Sklaven ihn und seine Männer, entführen die Frauen und lassen sich auf der heute als Westman Island (Vestmannaeyjar) bekannten Inselgruppe, an der Südküste Islands nieder.

Nur wenig später besiedeln die ersten Wikinger Hjörleifshöfdi und dessen Umgebung. Erst  im Jahr 1936 zieht es dann auch die letzten Bewohner an andere Orte Islands. Die Gegend rund um die Erhebung wird zur Wüste.

Auf meinem Weg zur Spitze des Hügels finde ich die Überreste einer alten Farm, die einst Markus Loftsson (einem  selbsternannten Wissenschaftler und Autor des Buches „Treatise on volcanic activity in Iceland“, der dort von 1828 bis 1906 lebte) und seiner Familie gehörte.

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Die Aussicht auf meinem weiteren Weg nach oben ist wirklich gigantisch!

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Nach etwa 15 Minuten bin ich am Ziel. Vor mir sehe ich die Gräber von Hjörleifur Hróðmarsson, sowie Markus und seiner Familie. 

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Einen kurzen Moment genieße ich die Aussicht und die Sonne, die die Umgebung noch magischer Wirken lässt. Leider ist es hier oben wirklich äußert windig und so mach ich mich nach einer Weile wieder auf in angenehmere Gefilde.

Auf dem Weg zum Auto stelle ich fest, dass dieser Ort mich wirklich beeindruckt. An Plätzen wie diesen, fühlt sich  Geschichte zum Greifen nah an. Das gilt aus meiner Sicht übrigens für sehr viele Orte in Island. Neulich hab  ich nur kurz aus dem Küchenfenster des Hotels auf das Meer geblickt und wäre keineswegs überrascht gewesen, wenn plötzlich Wikinger mit ihren Booten am Strand angelegt hätten.

Euphorisiert hole ich Jana von der Arbeit ab. Abends pflanzen wir uns dann noch mit einem Bier aufs Sofa und schauen eine Folge Vikings (was auch sonst:)). Die wussten das damals übrigens auch schon…das mit dem Glück und den Pferden und so…

Achja…Ingólfur Arnarson, der den Sturm überlebte und den Winter an einem anderen Ort in Island verbrachte, erfuhr vom Schicksal seines Blutsbruders Hjörleifur Hróðmarsson und machte sich zusammen mit seinen Männern auf den Weg zu den Westman Island, um seinen Bruder zu rächen. Den Erzählungen nach überfielen sie, die sich in Sicherheit wähnenden Männer während eines Festes und ermordeten sie alle…Ingólfur ließ sich in Island nieder und mit ihm begann die Landnahme der Insel, der Rest ist Geschichte!

 

Ice Ice Baby (03.04.)

Von meiner ersten Gletscherwanderung und dem Versuch eine Eiswand zu erklimmen…

Voller Vorfreude fahre ich an diesem Nachmittag zum Hotel, um mich mit Johann meinem Gastpapa und Jen und James, einem Pärchen aus Los Angeles, für den „Glacierwalk“ zu treffen. Da solche Touren in Island wirklich teuer sind, bin ich sehr froh, dass mein Gastpapa der Guide ist und ich somit kostenlos  dabei sein kann.

Mit dem Supertruck, machen wir uns auf den Weg zum Solheimajökull.

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Der Gletscher, der heute unser Ziel ist, liegt direkt neben dem berühmt-berüchtigtem Vulkan Eyjafjallajökull, dessen Aschewolke 2010 ganz Europa in Atem hielt.

Am Fuße des Solheimajökulls angekommen, machen wir uns bereit für das Abenteuer. Aufgeregt steige ich in den Klettergurt (ich habe vor wenigen Minuten erfahren, dass wir heute auch klettern werden), ziehe mir die Spikes über die Schuhe und nehme den Eispickel in die Hand. Für einen kurzen Moment fühle ich mich wie ein Extremsportler mit Abenteuerfieber 🙂

Als wir alle fertig ausgerüstet sin, gehen wir aufs Eis. Es dauert nur einen kurzen Moment bis mein Gehirn sich mit den Spikes abgefunden hat und zufrieden feststellt, dass ein Ausrutschen auf dem Eis damit unmöglich ist.

Die Wanderung entpuppt sich dann wirklich als Abenteuer. Gemeinsam krakseln wir über den Gletscher, überspringen Eisschluchten, gehen durch Eistunnel und in Eishöhlen hinein und bestaunen einen tosenden Wasserfall am Rande des Gletschers.

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Johann zeigt uns dann noch, warum bei einer Gletscherwanderung, die Vorsicht immer mit gehen sollte. Mit dem Eispickel haut er auf eine schneebedeckte Fläche und eine tiefe Eisspalte, so groß, dass ein Mensch dort hineinfallen könnte, kommt unter dem Schnee zum Vorschein. Vorsichtig werfe ich einen Blick hinein, doch den Boden sehe ich nicht. Die Vorstellung dort hineinzurutschen ist alles andere als angenehm und ich bin froh, dass mein Gastpapa über jahrelange Erfahrung verfügt!

Nach zwei Stunden auf dem Eis, finden wir eine Wand, die uns bestens geeignet für eine kleine Kletterpartie erscheint. Die „Mauer“ aus Eis kommt mir riesig vor, obwohl sie das gar nicht ist. Die Tatsache, dass ich hier gleich meinen ersten Kletterversuch am Eis unternehmen werde, hat darauf wohl erheblichen Einfluss.

Johann verschwindet für eine Weile, um den Anker zu legen. Das klingt gut und aufregend zugleich und da ich überhaupt keine Ahnung in dieser Angelegenheit habe, lasse ich einfach mein Vertrauen die Oberhand gewinnen.  Ein paar Minuten später kann es dann losgehen.Während ich meinen Helm aufsetzte und mich startklar mache, hat James aus Los Angeles, die Wand schon erklommen und lässt sich etwas halsbrecherisch am Seil hinunter.

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Dann ist es soweit. Ich haue meine Eispickel in das Eis und trete mit meinen Schuhen die Spikes in die Wand. Dann arbeite ich mich Schritt für Schritt weiter nach oben. Es kostet ganz schön Kraft die Pickel und Spikes in die harte Fläche zu schlagen und sie so zu verankern sodass man einen festen Halt hat. Das ein oder andere Mal rutsche ich fast ab und einen Preis für eine elegante Körperhaltung werde ich definitiv nicht bekommen. In einer doch recht guten Zeit, wie ich finde, komme ich letztendlich aber heil oben an.

Das Abseilen ist dann noch mal etwas aufregend. Irgendwie ein komisches Gefühl, rückwärts gelehnt die Wand herunterzugehen. Johann wird mich schon halten, beschließe ich und bin schneller unten als gedacht. Das war aufregend und echt cool! Jen ist es lieber, auf das Abenteuer zu verzichten.

Johann zeigt uns anschließend noch die Anker im Eis und ich bin fasziniert, wie zwei kleine „Schrauben“ so gute Arbeit leisten können. Erschöpft aber glücklich machen wir uns dann auf den Weg zurück zum Truck.

Im Hotel angekommen, trinke ich eine große Tasse heiße Schokolade und danke Johann für diesen tollen Ausflug.

So eine Gletschtertour in Island zu machen, ist also auf jeden Fall empfehlenswert, ob nun mit oder ohne Klettern. Leider sind die Preise, wie für so ziemlich alle Exkursionen hier, immens hoch (um und bei 100 Euro p.P). Wer für Unternehmungen auf der Insel aber schon etwas Geld eingeplant hat, sollte sich so eine Wanderung nicht entgehen lassen.

Ein Flugzeug in der Wüste (30.03.16)

 Mein „kurzer“ Spaziergang zum Wrack des U.S. Navy Aircrafts…

Kurz habe ich überlegt Justin Bieber irgendwo in die Überschrift zu packen. Der Gedanke verflog dann aber ziemlich schnell wieder. Zum einen zähle ich mich nicht als Mitglied der bieberischen Fangemeinde und zum anderen versetzt mich auch sein halsbrecherischer Skatebordstunt, auf dem Rücken des Flugzeugwracks, der in seinem Video zum Song  I’ll show you zu sehen ist, nicht in Hysterie. Wer sich die Südküste Islands aber schon immer einmal von Herrn Bieber zeigen lassen wollte, für den ist das Video ein echtes MUSS. Dank der Statistenrolle, in einer echten Hollywoodproduktion, ist das Wrack zu einer DER Attraktionen an der Südküste Islands geworden und lockt jeden Tag unzählige Touristen an. Warum ich den Hype (neben meiner neutralen Haltung gegenüber dem blonden Herzensbrecher) nicht so ganz teilen kann, verrate ich am Ende des Beitrags.

Was mich aber wirklich an der Geschichte rund um die Douglas Super DC-3 begeistert, ist dass bei dessen Bruchlandung im Jahr 1973 am Sólheimasandur (mitten in einer schwarzen Sandwüste) alle Crewmitglieder überlebten.

Als Jana und ich zu dem Wrack aufbrechen, steht uns ein kurzer Spaziergang im Sinn. Ein guter Nebeneffekt ist, dass wir dann diese Sehenswürdigkeit schon einmal auf unserer Südküsten-Liste abhacken können. Unser Ziel befindet sich auf der Seeseite der Ringstraße, direkt gegenüber des Gletschers Solheimajökull und bietet genug Platz zum parken. Wer plant mit dem Auto direkt zum Wrack zu fahren, sei gewarnt, da die Zufahrt seit einiger Zeit für Pkws gesperrt ist. Jana und mich stört das nicht, da wir uns ja sowieso ein wenig die Beine vertreten wollen. Zudem wirkt die Entfernung zum Flugzeugwrack, von der Straße aus, wie ein Katzensprung. Als wir loslaufen, merkte wir schnell, dass diese Einschätzung ziemlich falsch ist.

Wir laufen und laufen und laufen. Um uns herum nichts als schwarze Sandhügel. Nicht nur einmal verlieren wir den geraden Weg zum Flugzeug und kommen uns dabei schon fast vor wie in einem Wüstenlabyrinth.

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Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht es dann endlich vor uns auf. Wie vergessen, liegt es da und sieht trotz seines Alters noch recht gut erhalten aus, wie ich finde. Das Wrack lässt sich sowohl von außen als auch von innen besichtigen.

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Am spektakulärsten finde ich dann die Malerei an der Cockpit-Wand, wie auf dem Foto zu sehen.

Da es heute wirklich kalt ist und wir ziemlich schnell alles gesehen haben, machen wir uns pünktlich zum beginnenden Schneesturm auf den Rückweg, der uns doppelt so lang wie der Hinweg erscheint. Es wird immer eisiger und der Wind ist wirklich gnadenlos. Wir sind mehr als erleichtert, als wir den Parkplatz sehen. Tiefgekühlt wie eine Pizza…auf die ich jetzt wirklich Lust hätte…setzten wir uns ins Auto und fahren davon in Richtung Wärme.

Also: Mein persönliches Highlight ist das Wrack jetzt nicht unbedingt gewesen. Der Weg ist echt lang und nach wenigen Augenblicken und zwei Fotos später hat man alles gesehen. Wer sich diesen Anblick aber nicht entgehen lassen möchte, sollte auf jeden Fall Zeit einplanen und sich in den kalten Monaten warm anziehen, da es auf der offenen Fläche echt frostig werden kann. Aber bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung, jeder Gang macht schlank und immerhin haben wir das Flugzeugwrack gesehen…das aus dem Video… von Justin Bieber…da wo er skatet (okay ich hör auf :))

P.S. Hier noch der Link zum Video I’ll show you, für alle, die sich das geschriebene einmal in bewegten Bildern und in Farbe ansehen möchten: https://www.youtube.com/watch?v=PfGaX8G0f2E

 

Pack die Bikinihose ein…(23.03.16)

Mein Ausflug zum  „versteckten“ Naturpool Seljavallalaug…

Vor ein paar Tagen, während wir das Abendessen für die Gäste zubereiteten, erzählte mir mein Arbeitskollege Aron von diesem Pool, mit dem einfachen Namen Seljavallalaug, der versteckt und etwas abseits der Ringstraße, inmitten eines Canyons liegt und laut Beschreibung angenehm warm sein soll, wie ein Bad an kalten Tagen. Ein echter Geheimtipp und zudem zu jeder Jahreszeit sehr beliebt bei den  Einheimischen, ließ ich mich weiter aufklären. Die Wegbeschreibung, die Aron mir dann noch mit auf den Weg gab, klang für mich zwar eher wie die Anleitung für Das verrückte Labyrinth, aber ich versuchte mir diese so gut wie möglich einzuprägen. Nach der Arbeit erzählte ich Jana von der heißen Quelle in Poolform und wir beschlossen der Sache demnächst mal nachzugehen.

Es ist Ende März, die Außentemperatur liegt bei 5 Grad. Die Sonne kämpft schon den gesamten Vormittag mit den Wolken, ohne das es einen klaren Sieger gibt, als wir beschließen, dass die Zeit für einen Badeausflug gekommen ist. Jana und ich packen unsere Badesachen, versuchen noch einmal vergeblich eine gute Wegeschreibung im Internet zu finden, und machen uns dann auf den Weg zum Pool Seljavallalaug, der irgendwo zwischen Skogafoss und Seljafoss liegt.

Etwa fünf Minuten, nachdem wir den Wasserfall Skogafoss passiert haben, taucht am Straßenrand ein Schild mit der Aufschrift Seljavellir auf, das uns sagt dieser Wegabzweigung zu folgen. Am Ende einer etwas längeren Straße, sehen wir ein Parkplatz, auf dem erstaunlich viele Autos stehen. Die Holzhäuser und ein alter Pool, die Aron als Orientierungspunkte genannt hatte, sagen mir, dass wir hier richtig sind. Vor uns liegt die Schlucht.

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Zufrieden den Ort gefunden zu haben, begeben wir uns in den Canyon, noch etwas unsicher hier wirklich einen Pool zu finden. Nach einer kurzen Wanderung mit einem Touch von Abenteuer, taucht das Becken dann aber tatsächlich vor unseren Augen auf. Schmunzelnd stelle ich fest, dass ziemlich viele Menschen den versteckten Pool am heutigen Tag gefunden haben. Nur die wenigsten tummeln sich jedoch im Wasser. Mir gelingt es sogar ein Foto ohne Statisten zu schießen:

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Pünktlich zu unserer Ankunft hat sich die Sonne ihren Platz am Himmel erkämpft. In der kleinen Umkleidekabine ziehen wir uns um und dann ist es so weit. Lauwarmes Wasser umschließt mich, als ich mich in den Pool gleiten lasse. In den Beschreibungen klang das irgendwie wärmer. Dennoch ist es aufgrund der kalten Luft  durchaus angenehm und Jana und ich gönnen uns erstmal ein Bier in den Fluten.

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Begeistert stellen wir dann noch fest, dass das Wasser, das vom Felsen direkt in den Pool fließt, wirklich warm, ja fast schon richitg heiß ist. So genießen wir die wirklich atemberaubende Aussicht zwar dicht an den Felsen gekauert, aber glücklich. Bevor ich zurück in meine Klamotten schlüpfe, ziehe ich noch ein paar Bahnen. In dem Pool kann man also nicht nur relaxen, sondern auch wirklich schwimmen. Da der Pool von Freiwilligen gewartet wird, hängt eine kleine Spendenbox an der Außenwand des Poolhauses, in die ich ein paar Kronen werfe.

Anschließend sehen Jana und ich uns noch ein wenig die Schlucht an und sind fasziniert von der schönen Natur. Glücklich und zufrieden …und na gut ein wenig frierend …aber fest entschlossen im Sommer noch einmal hierher zu kommen, fahren wir zurück zur Farm.

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Mein Fazit: So geheim war der Geheimtipp dann doch nicht, aber ein Ausflug dorthin lohnt sich in jedem Fall. So oft badet man ja nicht in einem Naturpool, in einer Schlucht, Irgendwo im Nirgendwo!

Chasing Waterfalls (20.03.16)

Mein Ausflug zu den Wasserfällen Seljalandsfoss und Skógafoss

Und wieder einmal ist der Wettergott auf meiner Seite, als ich mich mittags, zusammen mit meiner Mitbewohnerin Jana, auf den Weg mache, die beiden großen Wasserfälle hier in der Gegend zu besichtigen.

Unser erstes Ziel ist der Wasserfall Seljalandsfoss, der etwas mehr als eine halbe Stunde von der Farm entfernt, zwischen Hvolsvöllur und Skógar liegt. Allein die Fahrt dorthin ist diesen Ausflug schon wert. Wer an einem sonnigen Tag die Südküste der Insel entlang fährt, bekommt einen spektakulären Eindruck von der Schönheit und Vielseitigkeit der isländischenNatur. Berge, Gletscher, Felder auf denen Islandpferde friedlich in der Sonne grasen, Flüsse, Wasserfälle, Ruinen und die verschiedensten Felsformationen auf der einen und der Blick auf schwarze Sandwüsten und das Meer auf der anderen Seite.

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Direkt von der Ringstraße abzweigend ist der Seljalandsfoss nicht zu verfehlen und direkt mit dem PKW zugänglich. Als wir aussteigen hören wir das tosen des Wassers. Ein Regenbogen liegt in der Luft dort wo Wasser und Sonne sich treffen. Der Anblick ist wirklich faszinierend.

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Das besondere am Seljalandsfoss ist, dass man entlang des Felsens hinter den Wasserfall gehen kann. Das ist wirklich cool.

Nachdem Jana und ich das Naturschauspiel ziemlich lange bestaunt haben, gehen wir ein wenig auf dem kleinen Weg neben dem Wasserfall spazieren. Wir kommen an weiteren Wasserfällen vorbei und staunen nicht schlecht als wir den Mond sehen der über den Felsen ragt. An einer Stelle können wir sogar in den Felsen hineingehen.

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Glücklich über unseren ersten Stopp kehren wir nach einiger Zeit zu unserem Auto zurück und machen uns auf in Richtung Zuhause, auf dessen Weg wir am Skógafoss halt machen. Die Sonne hat sich leider mittlerweile hinter den Wolken versteckt und ein leichter Nieselregen fällt vom Himmel. Die Freude, über das was wir sehen, als wir in Skóga auf den Parkplatz fahren trübt das jedoch nicht im geringsten.

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Nachdem wir ein paar Fotos geknipst haben, machen wir uns auf den Weg die vielen Stufen zum Plateau zu erklimmen. Von dort bietet sich die Gelegenheit, den Wasserfall von oben zu bewundern. Das Wasser rauscht schnell an uns vorbei, bis es sich über den Rand des Felsens stürzt und am Boden angekommen, in einem seichten Fluss Richtung Meer fließt. Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Zufrieden und mit etwas müden Beinen machen wir uns auf den Rückweg. Im Sommer, wenn das Grün aus seinem Winterschlaf erwacht ist, werde ich auf jeden Fall noch einmal zu diesen herrlichen Wasserfällen zurückkehren.

Walking On Sunshine (17.03.16)

Mein Tag in Vik…

Zuallerst möchte ich mir an dieser Stelle dafür danken, dass ich meinen Hintern heute um 6:30 Uhr aus dem Bett geschwungen habe. Das sieht mir nämlich eigentlich so gar nicht ähnlich.

Nachdem ich Jana zur Arbeit gefahren habe,  frühstücke ich und rüste mich anschließend für meine Erkundungstour. Ich mache mich mit dem Auto auf den Weg in das knapp 300 Seelendorf Vík í Mýrdal. Schon die Fahrt dorthin ist ein wahres Erlebnis. Vorbei an Felsvorsprüngen, Kluften, kleinen Wasserfällen und Flüssen, geht es anschließend eine steile Straße hinauf. Diese führt mich zwischen den Bergen hindurch. Hier oben ist noch alles mit Schnee  bedeckt. Die Sonne scheint, vom blauen Himmel und taucht die Landschaft in ein warmes Licht. Ich halte das Auto am Straßenrand und knipse ein paar Fotos.

IMG_0485.JPGon my way to vik 🙂

Nach einer zehn minütigen Fahrt im Sonnenschein, taucht das angestrebte Ziel vor meinen Augen auf. Umgeben von Bergen und dem Meer, das tosend am Black Beach von Vík mündet, liegt der kleine Ort, dessen Name übersetzt „Bucht am sumpfigen Tal“ bedeutet. Aufgrund der Szenerie bereits faziniert, fahre ich als erstes den kleinen Hügel zur Kirche hinauf. Zugegeben, mit den Kirchen wie man sie aus den Städten Paris, Mailand, Rom, oder Barcelona kennt, kann diese hier nicht mithalten und dennoch versprüht das Gebäude und dessen Umgebung einen gewissen Charme. Der Blick über Vík lohnt sich zudem alle Mal.

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Nachdem ich den Ausblick genoßen habe, stelle ich das Auto auf dem Parkplatz des Supermarkts ab und setze meinen Tour zu Fuß weiter fort. Ich beschließe zuert an den Strand zu gehen und mir die Felsnadeln Skessudrangur, Landdrangur und Langsamur (wie auf dem Bild zu sehen) von Nahem anzuschauen. Der Legende nach sind diese Felsnadeln drei Trolle, die bei dem Versuch ein Schiff an Land zu ziehen von der Sonne versteinert wurden. Ich bin ein Fan von Legenden und besonders in diesem Moment fällt es mir nicht schwer daran zu glauben. Ich habe den Strand an diesem noch frühem Tag für mich alleine und freue mich ganz pötzlich fern von Hektik, Trubel und Touristenansammlungen zu sein. Für wie wahr man die Erzählung rund um diesen Strand auch halten mag, die gewissene Magie die dieser Ort versprüht ist schon schwieriger zu leugnen.

An dem Berg, an den der Strand mündet,stizen dutzende Vögeln in ihren Nestern und ein ganzer Schwarm kreist wie eine weiße Wolke am Himmel. Ende April werden hier die Puffins erwartet. Puffins sind putzige weiß-schwarzen Vögeln mit roten Schnabeln, die an der Südküste den Sommer über ihre Zelte aufschlagen. Darauf freue ich mich schon.

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Nachdem ich den Strand eine Weile genoßen habe, mache ich mich zu meinem eigentlichem Tagesziel auf: den „Berg“  Reynisfjall am Fuße Víks zu erklimmen. Nach einem ca. 25 minütigen, doch recht steilen Aufstieg, komme ich oben an. Ein Weg führt mich zunächst geradeaus und dann direkt an die Klippen. Von dort habe ich einen grandiosen Blick über Vík, das Meer und die drei Felsnadeln im Wasser. Die Sonne scheint mir ihrer ganzen Kraft und so ist mir sogar warm, als ich mich setze und die Umgebung auf mich wirken lasse. Ein perfekter Ort für ein Picknick, denke ich. Da ich leider weder eine Decke noch einen Picknickkorb bei mir trage, nehme ich mit den Keksen und der Flasche Wasser aus meinem Rucksack vorlieb.

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Zwischen Himmel und Meer sitzend, beobachte ich noch eine Zeit lang die Fulmars (Seevögel von denen es in Island Millionen gibt und die heute noch in einigen Restaurants auf der Spiesekarte stehen) wie sie geschwätzig am Himmel kreisen, dann mach ich mich langsam auf den Weg zurück zum Auto.

Es ist Nachmittag als ich zur Farm fahre. Kaum angekommen, schaue ich mir gespannt die Bilder vom heutigen Tag an und bin selbst vor meinem Laptop sitzend noch begeistert. Vík ist zwar nur ein kleiner Ort, aber manchmal sind die kleinsten Dinge eben ganz großes Kino.

Wenn der Strand aus Lava ist…(10.03.16)

Mein erster Ausflug zum  Black Beach Reynisfjara

Heute habe ich den Nachmittag frei und nach Stunden voller Regen hat sich endlich die Sonne ihren Weg durch die Wolken gebahnt. Ich befinde, dass es an der Zeit ist die Gegend ein wenig zu erkunden. Nur kurze Zeit später sitze ich daher im Auto, auf dem Weg zum Black Beach, genauer gesagt zu dem Teil der sich Reynisfjara nennt. Nur wenige Minuten später, die ich aufgrund der Landschaft mit ihren noch schneebedeckten Bergen und den kleinen Flüssen, die sich durch die Weiten der Felder ziehen, staunend und sehr langsam fahrend verbringe, liegt mein Ziel vor mir. Ich parke das Auto auf dem dafür vorgesehenen Parkplatz und die vielen Autos und Reisebusse verraten mir, dass ich hier nicht alleine bin. Gerade als ich aussteigen will, beginnt es zu hageln. Die Sonne die dabei jedoch immer noch am Himmel scheint, verrät mir, dass dieser Schauer nur von kurzer Dauer sein wird. Und so warte ich. Schließlich bin ich hier in Island.

Als nach nur wenigen Augenblicken tatsächlich alles vorüber ist, schnappe ich mir meine Kamera und gehe in Richtung Strand. Vor mir liegt das Meer und bricht in gewaltigen Wellen am Strand. Am schwarzen Strand.

Dieser Strand aus Lava ist definitv cool. Und so anders, als die weißen Traumstrände, die man aus Reiseführern, von Facebook oder von Instagram kennt.

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Die Menschen am Strand fotografieren was das Zeug hält und ich kann ihre Begeisterung für diesen Flecken Erde nur teilen. Mit der Höhle Halsanefshellir und den Nadelfelsen, die man von dieser Seite des Strandes nur teilweise zu sehen bekommt, erscheint die Natur hier einfach in einem ihrer schönsten Kleider. Ich knipse selbst ein paar Fotos und lasse den Strand auf mich wirken. Am anderen Ende, in leichten Nebel gehüllt, liegt die Halbinsel Dyrhólaey. Selbst den kleinen Leuchtturm, der sich an der Spitze befindet, kann ich von hier aus gut erkennen (siehe oberes Bild).

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Ich beobachte eine Weile die See und verstehe warum meine Gasteltern mich davor gewarnt haben, zu nah ans Wasser zu gehen. Die Wellen sind unberechenbar. Erscheinen sie in einem Moment fast gar nicht vorhanden zu sein, bricht im nächsten Moment eine riesige Welle am Ufer und erreicht einen Teil des Strandes zu dem, nur wenige Augenblicke zuvor, bei weiten kein Wasser hingelangt ist. Die Menschen, die die Warnungen an der Strandpromenade bewusst oder unbewusst überlesen haben, bekommen nasse Füße und hätte der leidenschaftliche Fotograf nicht so gute Reflexe gehabt, wäre sein Stativ jetzt Teil des Meeres.

So steh ich da und könnte noch stundenlang den Wellen zusehen. Doch so ganz allmählich wird mir kalt und der eisige Wind erinnert mich daran, dass es erst Mitte März ist. Auf meinem Weg zurück zum Auto werfe ich einen kleinen Blick auf das Black Beach-Restaurant, in dem man seinen Hunger und Durst stillen und gleichzeitig eine schöne Aussicht auf den Strand genießen kann. Die Preise schaue ich mir lieber nicht an, da ich beschließe, zumindest mal auf ein heißes Getränk vorbeizuschauen. Glücklich über meinen kleinen Nachmittagsausflug setze ich mich ins Auto, drehe die Heizung und das Radio auf und mache mich gut gelaunt auf den Weg zurück zur Farm.

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Dieser Black Beach macht seinem Namen auf jeden Fall alle Ehre und ist einen Besuch allemal wert! 🙂

 

 

Aller Anfang ist … gut! (09.03.2016)

Mein erster Arbeitstag…

Voller Vorfreude und Aufregung beginnt um 7:00 Uhr in der Früh mein erster Arbeitstag. Draußen begrüßt die Nacht gerade den Tag. Der Schnee, der noch vor zwei Tagen die Landschaft unter seiner Decke verborgen hielt, ist zu großen Teilen geschmolzen.  Gespannt stelle ich das Auto auf dem Parkplatz ab und betrete das Hotel.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich würde die Zeit der Einarbeitung und die ersten Tage in einem neuen Job am liebsten immer überspringen. Da dieses aber natürlich unmöglich ist, beschließe ich alles ganz gelassen anzugehen und den Tag auf mich zukommen zu lassen.

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Zusammen mit Jana, meiner Kollegin und Mitbewohnerin aus Tschechien, mache ich als erstes Frühstück für die Gäste. Das wir dabei gleich von all den Leckereien mitnaschen dürfen, macht die frühe Uhrzeit für mich gleich etwas erträglicher. Auch sonst entpuppt sich diese erste Aufgabe weniger als  Arbeit und mehr als ein Vergnügen. Die lockeren Plaudereien mit den Gästen und die erfreuten Gesichter, wenn diese das Buffet entdecken, machen mir gute Laune. Als es hell wird liegt eine noch heufarbene, hügelige Landschaft vor dem Hotel. Von der Küche aus habe ich einen herrlichen Blick aufs Meer und kann die die Wellen sehen, die am schwarzen Strand brechen und zurück ins Meer fließen.

Nachdem alle Gäste für ihren Start in den Tag versorgt sind, werden wir in die Kunst des Zimmer putzens eingewiesen. Nun ist es ja nicht so, dass ich das erste Mal im Leben putze, nur habe ich es noch nie so strukturiert und schnell getan. Zunächst finde ich es etwas seltsam, dass ich auch hierbei Spaß empfinde. Es tut gut mal wieder mit den Händen zu arbeiten. Durch mein Studium und die Arbeit in Hamburg, war in den letzten Jahren ja hauptsächlich mein Kopf gefordert.

Das Hotel ist ein Familienbetrieb mit sieben Zimmern. Klingt erst einmal wenig. Wenn man diese aber alle gleichzeitig für die nächsten Gäste herrichten muss, relativiert sich dieser Gedanke ziemlich schnell. Es ist Nachmittag, als Jana und ich fertig sind. Zeit zum Essen. Erfreut darüber alles aus der Küche benutzten zu dürfen zaubere ich mir mein erstes, eigenes Mahl in Island. Margrét, meine Chefin und Gastmama, entlässt uns danach fürs Erste, da sie uns an unserem ersten Tag nicht überfordern möchte…

…Puhh…ganz schön viele erste Dinge, wenn man das hier so liest. Aber wie sich zeigt, ist das manchmal gar nicht so übel. Schnell habe ich gemerkt, dass „Familienbetrieb“ hier wirklich großgeschrieben wird. Schon am ersten Arbeitstag fühlte ich mich gut aufgehoben und auch die Arbeitsbedingungen und das Umfeld übertreffen meine Erwartungen. Zufrieden darüber diesen Platz für mich in Island gewählt zu haben, freue ich mich am Abend auf den nächsten Tag.

Aller Anfang kann also auch wirklich gut sein!

Back to the roots (08.03.16)

Mein Einzug ins Farmhaus…

Der Morgen nach meiner Ankunft beginnt bereits mit einer angenehmen Überraschung. Ich bekomme „mein“ Auto für meine Zeit hier in Island präsentiert und der Geruch von Freiheit steigt mir in die Nase. Damit habe ich vor meiner Ankunft nicht gerechnet. Was für ein guter Start in den Tag 🙂

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Und dann ist es endlich soweit: Der Einzug in die Wohnung, die für die nächsten Monate mein Zuhause sein wird, steht bevor. Drei Fahrminuten vom Hotel entfernt. Schnell merke ich, wie nützlich das Auto sein wird. Drei Minuten, die man anderswo leicht und gemütlich zu Fuß gehen kann, sind in Island andere drei Minuten. Es geht bergauf und bergab und dann wieder bergauf. Das die Sonne  außerdem nicht immer so schön scheint wie sie es in diesem Augenblick tut, weiß ich ja nun nur zu gut. Die Farm liegt mitten auf einem kleinen Hügel und ist von der Straße aus nicht zu sehen. Nur ein Schotterweg makiert den Weg dorthin.

Beim Aussteigen werde ich bereit von Tyrra, der Farmhündin, erwartet und herzerwärmend begrüßt. Die Wohnung ist dann die zweite angenehme Überraschung an diesem Tag. Schlicht, aber gemütlich. Von meinem Zimmer aus kann ich das Meer sehen und habe einen exklusiven Ausblick auf das Kap Dyrhólaey. Zufrieden beginne ich mit dem Auspacken und Einrichten.

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Mehr als glücklich mit meinem neuen Zuhause, erkunde ich am Nachmittag dann noch ein wenig das Gelände. Fast fühle ich mich in eine andere Zeit zurückversetzt. Tyrra begleitet mich au meinem Spaziergang. Ich genieße die Stille und die Schlichtheit der Natur. Zum Schluss besuche ich noch die Kühe und Schafe im Stall, die mich neugierig mustern.

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Die erste Nacht schlafe ich bestens. Nur die Katze, die durchs Fenster in mein Zimmer springt, weckt mich kurz. Mit der Festellung mich hier auf jeden Fall wohl zu fühlen, schlafe ich wieder ein.

So ein bisschen „back to the roots“ ist irgentwie ziemlich cool.