Auf den Spuren von Game of Thrones (28.05.16)

Von Höhlen, Hängen und Schokoladenbergen…

Ich weiß nicht wie oft ich jetzt schon über den gigantischen Anblick der Natur, der sich auf wirklich jedem meiner bisherigen Ausflüge an der Südküste Islands geboten hat, ausgeflippt bin…Auf jeden Fall ist gerade wieder so ein Moment!

Jana und ich haben uns heute in der Früh (gut es war 09:00 Uhr, aber das ist für mich früh genug) auf die Socken gemacht den 18 Kilometer langen Wanderpfad zum Zelt- und Rastplatz Þakgil zu erkunden. Diesen Weg wollte ich schon entlangwandern, seit ich an der Südküste angekommen bin. Schließlich wurden auf Teilen dieser Strecke Szenen für die Serie Game of Thrones gedreht. Daran habe ich schon keinerlei Zweifel mehr, als Jana und ich die doch mehr als abenteuerliche „Straße“ zu unserem Startpunkt entlangfahren und der Serien-Schauplatz noch in einiger Entfernung liegt. Der Blick aus dem Fenster offenbart eine Landschaft, wie sie wohl in keinem Fantasybuch besser zu finden ist.

Nachdem wir durch tiefste Schlaglöcher gefahren und unser kleines Stadtauto dazu überredet haben auch die doch recht steilen Steigungen irgendwie zu meistern, halten wir heil am Straßenrand, der mit ein bisschen Kreativität auch als Parkplatz durchgehen könnte.

Als wir aus dem Auto steigen, müssen wir erst einmal ein paar Bilder knipsen und die geniale Umgebung würdigen.

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Jetzt schon glücklich diesen Ausflug für unseren freien Tag gewählt zu haben,  finden wir hinter der nächsten Biegung dann auch schon das Schild, dass uns mit einem Lächeln auf unser Ziel hinweist.

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Die nächsten 4,5 Kilometer kommen wir aus dem staunen gar nicht mehr raus und schaffen es erst recht nicht brav auf dem Wanderpfad zu bleiben. Die Gegend wirkt einfach wie ein riesiger Abenteuerspielplatz und wir vergessen, dass wir ja doch noch eine ganz schöne Strecke vor uns haben.

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Beide müssen wir dann auch lachen, als wir feststellen, dass wir so bis heute Abend noch nicht an unserem Ziel sein werden.

Eine ganze Weile später erreichen wir einen kleinen Rastplatz mit Informationschildern und einem Picknicktisch. Zufrieden bemerken wir, dass wir an der GOT-Location angelangt sind. Da an diesem Ort einige Szenen rund um Die Mauer gedreht wurden, muss man sich das ganze natürlich mit viel, viel Schnee vorstellen. Ich bin allerdings ziemlich froh, dass dieser hier gerade fehlt. So ohne Schnee sieht man ohnehin viel mehr. Der genaue Ort heißt übrigens Höfðabrekkuheiði.

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Neben GOT wurde  auch der neueste Star Wars Film hier gedreht. Die schwarze Sandwüste (die auf dem letzten Bild zu sehen ist) ist auch wirklich der perfekte Ort, um sich gefühlsmäßig auf einen anderen Planeten zu begeben.

Nur wenige Schritte von diesem spektakulären Schauplatz enfernt, erblicken wir dann das nächste Schild mit Smiley, das uns darauf aufmerksam macht, die Hälfte des Hinweges geschafft zu haben.

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Weiter geht es also, vorbei an grünen Hügeln, schwarz-grauer Mondlandschaft, dem Knochen eines ziemlich gut erhaltenen Fuchsgebisses, rauschenden Flüssen, einer großen Pfütze mit Fischen!?, etwas das aussieht wie eine fleischfressenden Pflanze und zahlreichen Höhlen. Klar das ich mir es da nicht nehmen lasse, meinen Finger noch einmal ordentlich auf den Auslöser meiner Kamera zu pressen.

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Nach etwa drei Stunden liegt der Zeltplatz dann ganz plötzlich vor uns. Um uns auszuruhen machen wir es und auf einer Bank mit Sandwich und Keksen bequem. Nachdem der erste Hunger und Durst gestillt ist, schauen wir uns den wirklich coolen Grillplatz der Unterkunft mitten im Felsen genauer an. Anschließend erkunden wir noch ein wenig die Gegend. Wir beschließen demnächst noch einmal hierher zu kommen und das Auto am Zeltplatz zu  parken. Von dort aus lassen sich nämlich weitere, wunderbare Wandertouren auf den Bergrücken unternehmen. Für heute ist uns das mit Blick auf den Rückweg dann doch etwas zu viel und so schlendern wir ganz langsam und mit beginnenden Schmerzen in den Beinen zurück zu unserem Geländewagen. Erst jetzt wird uns bewusst wie viel bergab wir auf dem Hinweg gegangen sind und stellen entsetzt fest, dass ziemlich viele Teile des Rückweges daher für uns ja auch wieder bergauf gehen.

Ein, zwei Biegungen vor unserem Ziel sind erblicke ich wirklich lustigen Felsen, die aussehen als seien sie mit Schokolade überzogen. Wieder einmal staune ich nicht schlecht darüber, was die Natur hier so alles zu bieten hat.

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Kurz bevor ich mich dann am liebsten für eine gaaaanz lange Pause auf den Boden gesetzt hätte, taucht das Auto in unserem Blickfeld auf. Überglücklich und erschöpft lassen Jana und ich uns in die Sitze fallen. Zuhause gönnen wir uns zur Krönung des Tages erstmal ein echtes Wikinger-Bier. Haben wir uns verdient, finde ich.

Noch einmal knapp zusammengefasst lässt sich sagen, dass die heutige Wanderoute an Abenteuer und Schönheit  schwer zu übertreffen ist.

Wer die Zeit und die Lust hat und gerade zufällig in Südisland ist, sollte nicht zögern. Game of Thrones-Feeling inklusive, versprochen!

Pooltag in Island (14.05.16)

Warum es eine gute Idee ist seinen freien Tag im Schwimmbad zu verbringen…

Die Sonne scheint, Jana und ich haben heute beide frei und das wollen wir nutzen. Nachdem wir gestern einen entspannten Spieleabend genossen haben, machen wir uns daher auf den Weg zu unserem ganz persönlichen Erholungsausflug. Unser Ziel: Das Open Air-Schwimmbad in Vík.

Der Eintritt ist mit etwas mehr als 3 Euro vollkommen okay und in Island sowieso ein echtes Schnäppchen. Die Isländer haben übrigens ihre ganz eigenen Schwimmbad-Regeln. Schon im  Eingangsbereich soll man seine Schuhe ausziehen und diese einfach dort stehen lassen. Im Umkleide- und Duschbereich befinden sich Schilder mit strikten Anweisungen. Das bedeutet, runter mit allen Klamotten, duschen und mit der  Seife (die extra für alle Besucher bereit liegt)  alle auf den Schildern angezeigten Körperregionen ordentlich zu schrubben. Manche finden das jetzt vielleicht merkwürdig oder übertrieben, ich finde es irgendwie sympathisch. Danach darf es dann losgehen!

Im Außenbereich angekommen, flüchten Jana und ich dann erst einmal in den heißen Pool, der mit 40° wirklich heiß ist. Es ist nicht viel los. Noch so ein Vorteil an den kleinen Poolanlagen in Island. Viel Platz und Ruhe.

Als es mir dann irgendwann mit dem Gesicht in der Sonne und dem Körper im Wasser zu heiß wird, gehe ich zu dem großen Schwimmbecken, dass sich mit seinen 28° nicht so kalt wie erwartet anfühlt. Nachdem ich eine Weile geschwommen bin und dabei den Ausblick auf den Reynesfjall-Berg in Vík genossen habe, entspanne ich noch eine Runde im Sauna-Pool.

Als Jana und mir dann schon Schwimmhäute wachsen, machen wir uns auf den Weg zu den Duschen.

Auf dem Rückweg halten wir dann noch am Black Beach-Restaurant, wo ich mir eine große Tüte Pommes gönne. Schwimmen macht ja bekanntlich hungrig, auch wenn ich hauptsächlich im 40° heißen Pool so vor mich hin vegetiert bin. Rituale müssen eingehalten werde und zum Schwimmen gehören eben Pommes.

Zurück auf der Farm lege ich mich mit einer Decke nach draußen auf die Wiese und vertiefe mich in meinem Buch. Abends stelle ich dann noch zufrieden einen leichten Sonnenbrand auf meiner Nase fest. Besser kann ein freier Tag nicht sein!

Where are you from? (08.05.16)

Oder auch: Warum die Arbeit im Hotel großen Spaß macht…

Es ist doch ein einfach ein schönes Gefühl morgens die Arbeitsklamotten überzustreifen und sich auf die vor einem liegende 12-Stunden-Schicht zu freuen. Das ist kein Scherz – mir geht es wirklich so!

Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich habe nichts auszusetzen an meinem Arbeitsplatz im Volcano Hotel. Meine Gasteltern Magret und Johann (die mittlerweile zu Joi und Magga geworden sind) tragen einen großen Teil dazu bei.

Foto folgt noch 🙂

Mit ihnen kann ich nett plaudern und finde immer Antworten und Lösungen auf alle Fragen und Probleme, die hier und da so auftauchen: Was kann ich als nächstes unternehmen? Kommt jemand mit mir zur Bank, ich verstehe nur Bahnhof?  Und was machen wir eigentlich wenn Katla ausbricht? (So das ganz Alltägliche eben)

Ein rauer Ton ist hier ein Fremdwort und der Name Familienhotel Programm. Für mich, die schon den ein oder anderen Horrorjob in der Gastronomie und im Einzelhandel hinter sich hat, ist das eine Wohltat. Bevor ich mit der Arbeit im Hotel anfing, war ich zugegebener Maßen eher skeptisch, ob ich Gefallen am Putzen, Kochen und Gäste umsorgen finde. Jetzt nach etwas mehr als drei Monaten kann ich sagen: Ja! Da kann man mal sehen,  wenn das Umfeld stimmt, der Spaß an der Sache ganz von alleine kommt.

Für mich ist das Highlight eines jeden Arbeitstages, der Kontakt mit den Gästen aus aller Welt. Es ist jeden Tag aufs Neue spannend zu sehen, wer letztendlich hinter den Namen in der Buchungsliste steckt und mehr über ihre Herkunft und ihr Leben zu erfahren. Was hatte ich nicht schon für interessante und nette Gespräche über das einzigartige Island, meine Lieblingsstadt Hamburg, die Situation für Landmaschinenvertriebe in Großbritannien, Angela Merkel und den Rest der Welt, den berühmten FC Bayern und den armen HSV, über die Kinder von Kindern und deren Kinder und na klar: Donald Trump.

Deshalb habe ich auch eine Liste mit den Städten, Staaten und Ländern angelegt, die hier im Laufe der Zeit so vertreten waren (diese werde ich dann später an andere Stelle auch auf meinem Blog veröffentlichen).

Die Visitenkarte von Susie und Thomas, mit der Bitte sie in Portland besuchen zu kommen, hängt an der Wand über meinem Schreibtisch und ich denke mir so: Warum nicht? 🙂

Der endgültige Anstoß gerade jetzt noch einmal über die Arbeit zu schreiben war aber der gestrige Abend. Die 17-Köpfige-Familie, die aus Kanada, Australien und den U.S.A in unserem Hotel zusammengekommen war, bescherte mir einen schönen Abend.

Während Magga das Abendessen für die Familie gekocht hat, habe ich alle mit Getränken versorgt und mich mit dem ein oder anderen länger unterhalten. Na gut, Getränke verteilen  war eigentlich meine Hauptaufgabe an diesem Abend. Später am Abend versuchte mein neuer Freund aus Texas mich dann davon zu überzeugen, doch bei ihm und seinen Verwandten zu sitzen und mitzutrinken, während er sein zehntes Bier leerte, was mir echt gute Laune machte. Ich habe es dann beim Sitzen belassen.

Da ich eine wirklich gute Zeit hatte, störte es mich auch nicht länger auf der Arbeit zu bleiben. Erst als alle allmählich auf ihren Zimmern verschwunden waren, machte ich mich mit dem guten Gefühl eine Arbeit zu haben die Spaß macht, auf den Heimweg.

Auch wenn mir dann an Abenden wie diesen, schon einmal die Beine schmerzen und die Augen vor Erschöpfung zufallen, freue ich mich jedes Mal schon auf den nächsten Tag und all die neuen Leute die ich treffen werde.

Hallo Lieblingsplatz… (26.04.16)

Warum die Halbinsel Dyrhólae für mich der schönste Platz an der Südküste ist…

Es ist 20:00 Uhr und Ende April. Die Tage sind merklich länger und die Nächte nicht mehr ganz so dunkel, wie noch vor kurzer Zeit. Ganz langsam hält der Sommer Einzug. Es ist nicht das erste Mal, dass ich zum Kap Dyrhólae fahre, nur möchte ich heute auch endlich mal darüber berichten. Die Halbinsel, die übersetzt „Türlochinsel“ heißt und ihren Namen der ins Meer ragenden Steinwölbung mit Loch verdankt,  ist mein absoluter Lieblingsplatz an der Südküste Islands.

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Sicherlich ist Dyrhólae zu allen Tageszeiten sehenswert und wirklich atemberaubend, ich finde aber das die Abendsonne dem ganzen noch einmal die Krone aufsetzt. Zum einen ist die Halbinsel der Hotspot für einen traumhaften Sonnenuntergang und zum anderen sind die Klippen ein beliebter Treffpunkt für die Puffins (Papageientaucher), einer der Tierattraktionen Islands. Mit dem Sommer kommen auch die niedlichen, kleinen Vögel, die mich immer ein bisschen an geschrumpfte Pinguine erinnern (s. Bild weiter unten). Seit zwei Tagen sind sie nun hier in der Gegend und daher wird es höchste Zeit mir die roten Schnäbel mal aus der Nähe anzusehen.

Wie gewohnt parke ich auf dem unteren Parkplatz, da ich von dort aus Zufuß zum Leuchtturm und Puffin-Sammelpunkt hinaufspazieren möchte. Zunächst führt mich mein Weg aber zu dem schmalen Stück Strand, dass von Felsen umgeben ist. Hier lassen sich wirklich tolle Fotos machen, da die Wellen wild und hoch an den Felsen brechen. NIcht nur einmal muss ich einer großen Welle ausweichen um nicht nass zu werden.

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Nachdem ich das Wasserspiel eine ganze Weile beobachtet habe, setze ich meinen Rundgang über die Halbinsel fort. Ich gehe an den Klippen entlang, von denen aus man einen tollen Blick über das offene Meer hat. Dann mache ich mich auf den Weg, die leichte Steigung zum Leuchtturm zu erklimmen. Die Sonne steht schon tief und taucht die Landschaft um mich herum in ein phantastisches Licht. Als ich am Leuchtturm und somit dem höchsten Punkt Dyrhólae angelangt bin, genieße ich zunächst die Aussicht auf den Felsvorsprung mit erwähntem Türloch. Obwohl die Ostseite der  Halbinsel eigentlich schon im Schatten liegt, erstrahlt  die Felsformation im Sonnenlicht. Nicht umsonst ist dieser Ausblick auf so vielen Postkarten hier im Süden zu finden.

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Um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen, gehe ich am Leuchtturm vorbei, zur Westseite der Landspitze. Der Ausblick der sich mir dort bietet ist unbeschreiblich. Vor mir liegt die Küstenlinie auf der sich Meer, Stand und Sonne treffen. In der Ferne sehe ich die Berge, die im Abendlicht erstrahlen. Auch die Puffins sind schon von ihrem Tag auf See heimgekehrt und fliegen entweder wild umher, oder machen es sich auf den moosbewachsenen Klippen bequem.

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Heute habe ich wirklich Glück und die niedlichen Vögel lassen mich wirklich nah herankommen. Da ich die ganze Szenerie unbedingt mit der Kamera festhalten möchte verbringe ich eine Weile damit, Fotos zu schießen.

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Als ich den Sonnenuntergang im Leuchtturmfenster entdecke,  knipse ich auch hiervon noch ein paar Bilder.

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Erst als die Sonne schon fast hinter den Bergen verschwunden ist, schaue ich auf die Uhr und  kann ich gar nicht glauben, dass drei Stunden vergangen sind. Eigentlich hatte ich nur einen kurzen Spaziergang geplant.

Da es langsam echt kalt wird mache, ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Am Parkplatz angekommen, werfe ich noch einen letzten Blick auf den Strand, der in rosa Licht getaucht, vor mir liegt. Märchenhaft.

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Total glücklich über meinen kleinen, größeren Ausflug fahre ich mit den letzten Sonnenstrahlen, zurück zur Farm.

Tschüss Lieblingsplatz, bis zum nächsten mal! 🙂

Living Next Door To Katla (21.04.16)

Mein Tag auf der Katla-Supertruck-Tour

An diesem sonnigen Morgen mache ich mich, zusammen mit Johann und einer Familie aus Michigan, auf den Weg, die Gegend mit dem Truck zu erkunden.

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Während wir zu unserem ersten Ziel fahren, versorgt Johann uns mit interessanten Informationen rund um Katla, einen der aktivsten Vulkane Islands. Dieser liegt unter der Gletscherdecke des Mýrdalsjökull, auf den ich von der Farm aus übrigens einen sehr guten Blick habe.

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Erst jetzt wird mir so richtig bewusst, dass ich direkt neben einem aktiven Vulkan wohne. Zwar ereignete sich die letzte große Eruption im Jahr 1918 , dennoch wurden bis heute immer mal wieder kleinere Beben im inneren des Vulkans verzeichnet. Laut Johann ist ein Ausbruch in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich. Er freut sich schon darauf und möchte das ganze aus nächste Nähe miterleben. Ich bin in diesem Moment eher dankbar, dass wir von Jahren und nicht Monaten sprechen 🙂

Nach einer 15-minütigen Fahrt die uns  von Vik aus auf der Ringstraße weiter nach Osten und dann über eine schwarze Sandwüste  näher an den Gletscher heranbringt, liegt vor uns eine Landschaft die aus einem Fantasy-Roman entsprungen zu sein scheint.  Wir steigen aus und sehen uns um.  Der Anblick ist gigantisch. Die schwarze Sandfläche gibt einem das Gefühl auf dem Mond gelandet zu sein und beim Anblick der grün-braunen Berge die noch etwas mit Schnee bedeckt sind, fühle ich mich wie ein Hobbit auf Abenteuerreise.

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In dieser Gegend wurden daher auch Filme, wie der neue Star Wars Teil und Noah gedreht. Johann führt uns dann noch zum Kötlujökull, der äußerten, südöstlichen  Ecke des Mýrdalsjökull. Der Anblick ist echt faszinierend. Dieser Teil des Gletschers ist mit schwarzer Lava überzogen und gibt einem das Gefühl irgendwo zwischen Erde und Mond gelandet zu sein.

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Aber damit noch nicht genug. Im Eis entdecken wir eine Höhle und sind uns einig das ganze mal aus der Nähe zu betrachten. Einfach nur beeindruckend.

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Bevor es zurück zum Auto geht erzählt uns Johann noch ein wenig über die verschiedenen Steine, die hier in der Gegend zu finden sind. Besonders der Obsidian, aus dem der Geschichte nach die Wikinger ihre Waffen fertigten, hat es mir angetan. Der schwarze, scharfkantige Stein, entsteht wenn heiße Lava in kürzester Zeit abkühlt. Als ich ein besonders schönes Exemplar entdecke, stecke ich es als Souvenir in meine Jackentasche.

Der Weg zu unserem nächsten Ziel, führt uns eine gefühlte Ewigkeit durch schwarze Wüste und die Sonne lässt die Luft schwirren, als würden wir gerade die Sahara passieren. Über eine Fata Morgana würde ich mich jetzt auch nicht mehr wundern. Island ist schon irgendwie verrückt.

Die schwarze Sandfläche, die dieses Gebiet so weitläufig umgibt, entstand durch die Gletscherläufe, als Folge der Vulkanausbrüche.

Als wir halten, stelle ich fest, dass wir zu einem meiner Lieblingsplätze gefahren sind: Hjörleifshöfði, über das ich euch ja schon in einem früheren Beitrag berichtet habe ( s. Ein magischer Montag).

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Nur die Höhle, die Johann uns jetzt zeigt, hatte ich damals nicht gesehen. Diese liegt auf der Meerseite des Hügels und ist erst zu sehen, wenn man schon fast davor steht. Der Eingang sieht wirklich witzig aus und erinnert an einen Wikinger mit Helm.

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Vom Höleninneren  genieße ich den Ausblick auf feinsten Sandstrand und das Meer.

Vom Hjörleifshöfði aus, geht es dann zurück nach Vik. Dabei lässt es Johann sich nicht nehmen, mit dem Truck ordentlich am Strand entlang zu heizen. Ich fand meinen Gallopp zwar besser, aber das ist auch nicht schlecht.

In Vik angekommen, fahren wir die schmale „Straße“ zum Reynisfjara-Berg hinauf. In diesem Moment bin ich echt froh keine Höhenangst zu haben. Vielmehr genieße ich den sehr bequemen Aufstieg, da ich bei meinem ersten Ausflug auf diesen Berg, ja fleißig gewandert bin (s. Walking on Sunshine).

Oben angekommen ist der Ausblick auch beim zweiten Mal einfach nur genial und wir genießen für eine Weile die Sonne, den Blick auf das grenzenlose Meer das vor uns liegt, auf Vik und die Küste.

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Als wir dann Richtung Hotel rollen ist es schon Nachmittag. Die Gäste sind glücklich und ich bin es auch. Die Tour war einfach nur Klasse. Dafür steht man doch gerne früh auf, an seinem freien Tag. Und so einen Vulkan als Nachbarn zu haben und zu sehen welche Auswirkungen dieser auf die Natur ringsherum hat, ist wirklich hochinteressant.

Achja, wer sich jetzt fragt, warum eigentlich Katla, der erfährt hier die ganze Geschichte: http://www.visitklaustur.is/en/local-stories/katla-the-hag/folk-tale-the-story-of-katla-the-hag-and-her-magic-breeches

Vom Lande in die Stadt (15.04-17.04)

Mein Wochenende in Reykjavik…

Voller Vorfreude und immer noch glücklich über den Anblick der Nordlichter am Abend zuvor, packe ich an diesem Freitagvormittag meinen Rucksack für ein freies Wochenende in Reykjavik.

Kurz vor 16:00 Uhr bringt Jana mich zur Tankstelle in Vík und nur wenig später geht es im Bus Richtung Stadt. Während ich auf meinem Handy das Hörspiel zu Game of Thrones laufen lasse, schaue ich für die nächsten zweieinhalb Stunden gebannt aus dem Fenster. Die Sonne strahlt von einem wolkenlos blauen Himmel hinab und die Landschaft ist wirklich faszinierend. Da der Schnee auf meiner Hinfahrt nach Vík im März noch alles bedeckte und durch den Schneesturm nicht mal Umrisse der Landschaft zu erkennen waren, bin ich nun umso erstaunter über die Schönheit und Vielfältigkeit, die sich mir beim Blick aus dem Fenster bietet.

Zu meiner linken Seite liegen Feldern, Farmen, schwarze Lavawüste und das Meer. Auf der anderen Seite, ist die Landschaft das genaue Gegenteil. Berge, Gletscher, Felsen, Flüsse und Wasserfälle ziehen an mir vorbei. Die Sonne verleiht dem Ganzen eine leuchtende Intensität.

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Die Fahrt vergeht so ziemlich schnell und gegen 20:00 Uhr komme ich im Zimmer des Hostels an, dass ich für meine Tage in Reykjavik gebucht habe. Gespannt betrete ich das Zimmer und stelle amüsiert fest, dass hier schon eine kleine Party am laufen ist. Da ich ein Bett in einem gemischten 12er Schlafsaal gebucht habe, lerne ich dann gleich darauf erst einmal Vicky aus Schottland, Patrick und Toni aus den Staaten und Marnell und Megan aus Holland kennen.

Nach zwei Stunden, in denen wir uns gegenseitig übereinander ausgefragt haben, machen wir uns auf Patricks Wunsch hin, auf den Weg in die Queer-Bar Kiki,  die im Herzen von Reykjavík liegt.

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Schnell merke ich, dass alles was ich bisher über die Partyszene freitagnachts in Reykjavik gelesen habe, stimmt. Unzählige junge Leute sind auf den Straßen, die Frauen präsentieren sich von ihrer besten Seite und jeder redet irgendwie mit jedem. Die Stimmung in der Stadt ist super und bleibt es auch, als wir die Bar betreten.

Zufrieden stelle ich fest, dass mir die Musik gefällt und das Bier schmeckt. Unser kleines Grüppchen unterhält sich angeregt über Gott und die Welt und wir tanzen sogar einige Male. Die Besucher der Bar sind so bunt gemischt wie die Hausfassade des Kikis und das ist super so. Mit so einem Verlauf des Abends hatte ich auf meiner Fahrt nach Reykjavik nicht gerechnet. Meistens sind spontane Unternehmungen doch immer die besten.

Irgendwann sind wir Mädels müde und überlassen das Party machen den Jungs. Im Hostel angekommen erklimme ich dann mein Hochbett und mache erschöpft aber bestens gelaunt  die Augen zu. Erstaunlicherweise schlafe ich trotz meiner vielen Zimmergenossen wunderbar und werde nur einmal ganz kurz wach, als Patrick und Toni um sechs Uhr in der Früh dann auch mal ihren Weg ins Bett finden.

Noch etwas müde, begebe ich mich dann einige Zeit später zu dem Treffpunkt, von dem aus die von mir gebuchte Free Walking Tour durch Reykjavik starten soll. Sammelpunkt ist das Parlamentshaus im Zentrum und ich muss etwas schmunzeln als dieses, nur etwas grösser als ein Einfamilienhaus, vor mir auftaucht. In Island ist halt alles ein bisschen kleiner. Ich finde das erfrischend, schließlich muss es nicht immer gleich ein ganzer Palast sein.

Obwohl es leicht regnet und heute auch ziemlich kalt ist, ist die Tour wirklich spitze und hochinteressant. Marteinn unsere Guide ist witzig und es macht Spass im zuzuhören, auch wenn oder gerade weil sich der Rundgang hauptsächlich mit der Geschichte Reykjavik’s befasst. Als wir während der Tour vor einer Statue stehen, die noch den Lippenstift von der letzten Pride Parade trägt, müssen alle lachen. Dass dieser bisher nicht entfernt wurde finde ich einfach nur klasse und überaus sympathisch.

Nach zwei Stunden kommen wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. Da die Tour ausschließlich von den Spenden der Teilnehmer lebt, wirft am Ende jeder so viel wie er mag, in Marteinns Rucksack. Ich bedanke mich bei ihm für die tolle Führung und mache mich dann auf den Weg zum isländische Nationalmuseum.

Ganze vier Stunden befasse ich mich mit der spannenden Geschichte Islands und lasse mir am Computer die Vergangenheit dieser noch relativ jungen Insel erklären. Für 10 Euro Eintritt lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, vorausgesetzt man hat genug Zeit und Interesse an der Historie Islands mitgebracht.

Als ich das Museum verlasse, hat sich das Wetter zwar nicht gebessert, meine Laune ist aber dennoch bestens. Auf dem Rückweg ins Hostel, sehe ich mir dann noch die Kirche Hallgrímskirkja an (bei meinem nächsten Besuch möchte ich auf jeden Fall die Aussicht von der Spitze der Kirche genießen), laufe anschließend am Wasser und dann ein wenig die Shoppingstraße Laugavegur entlang, wo ich mir anschließend in einem kleinen Bistro eine Nudelsuppe gönne.

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Besonders auffallend auf meinem kleinen Erkundungsspaziergang, sind die vielen bunten Graffitis und Malereien an allen Ecken und Enden. Das verleiht der kleinen Stadt einen wirklich coolen Touch.

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Als ich auf dem Weg zurück ins Hostel den Chuck Norris-Grill entdecke, setzte ich diesen auf meine imaginäre Liste, für die Dinge, die ich während meiner nächsten Besuche in Reykjavik noch machen möchte.

Zurück im Zimmer, plaudere ich noch eine ganze Weile mit Vicky und den anderen Reisenden aus unserem Zimmer. Patrick und Toni sind schon abgereist, aber zum Glück gibt es ja Facebook und Co. um in Kontakt zu bleiben. Irgendwann bin ich dann echt müde und lege mich schlafen.

Am nächsten Morgen geht es dann schon wieder zurück nach Vik. Erleichtert, dass alles so gut geklappt hat mit den Busverbindungen, döse ich während der Fahrt so vor mich hin und lausche wieder dem Kampf um den Thron…

Mein Fazit: Ich finde Reykjavik besitzt viel Charme, ist bunt, fröhlich und einen Besuch definitiv wert. Den Flair einer Großstadt sucht man hier natürlich vergeblich, aber das macht am Ende für mich den ganz persönlichen Reiz aus. Wer in seinem Urlaub auch feiern gehen möchte, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Das Hostel war für den Preis von 20 Euro pro Nachtverhältnismäßig günstig und so ein 12er-Zimmer geht für ein Wochenende schon in Ordnung. Vor allem wenn man alleine reist, trifft man hier doch sehr viele nette Leute. Im Juni werde ich zusammen mit meiner Mum noch einmal die Stadt unsicher machen. Darauf freue ich mich schon. Fortsetzung folgt also!

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Abschließend sei aber noch gesagt, dass mir mein Platz an der Südküste, mitten in der Natur doch besser gefällt, denn das ist zum einen auf jeden Fall mehr Island und zum anderen habe ich  Stadt auch Zuhause in Hamburg 🙂

P.S. Für diejenigen unter euch, die einen Trip nach Reykjavik planen sind hier noch ein paar nützliche Links ->  Free Walking Tour: http://citywalk.is/ Hostel: http://hlemmursquare.com/hostel/ Busfahrpläne: http://www.straeto.is/ Isländisches Nationalmuseum: http://www.thjodminjasafn.is/

Wenn der Himmel plötzlich tanzt (15.03.16)

Sternenstunde unter den Nordlichtern…

Es ist Mitte April und so langsam bekomme ich Torschlusspanik. Obwohl ich die Nordlichter ja schon vom Flugzeug aus bewundern durfte, ist es doch mein Wunsch die grünen Lichter auch noch einmal am isländischen Himmel bestaunen zu dürfen. Schon in wenigen Tagen, werden die Nächte heller und die Chance auf das Spektakel immer geringer. Heute Nacht muss es also endlich soweit sein. Recht optimistisch gestimmt, da  alle Vorhersagen eine hohe Aktivität der Lichter in dieser Nacht versprechen, warte ich in meinem Zimmer darauf das es draußen richtig dunkel wird.

Gegen 23:30 Uhr werfe ich einen Blick aus der Haustür und sehe tatsächlich die ersten, grünen Anzeichen am Sternenhimmel. Als der zuerst schwache Schimmer immer kräftiger wird, ziehe ich mich an, schnappe mir meine Kamera und laufe aufgeregt hinaus. Jetzt blitzen in kurzen Zeitabständen immer wieder die grünen Lichter am Himmel auf. Tyrra die Farmhündin gesellt sich zu mir und so stehen wir einfach nur da und blicken hinauf zu den Sternen.

Nach einer Weile, in der die Lichter immer stärker werden, beschließe ich Jana zu wecken, auch wenn sie krank und müde ist, will sie sich das bestimmt nicht entgehen lassen. Zum Glück sollte ich recht behalten und sie freut sich tatsächlich von mir geweckt worden zu sein.

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Der Himmel und jetzt auch die Lichter wirken, auf der Farm zum Greifen nah. Das ist mir schon in anderen Nächten aufgefallen. Irgendwann ist Jana zu kalt und sie legt sich schlafen. Ich kann mich noch nicht losreißen und ignoriere, dass ich langsam auch echt zu frieren anfange. Die Nächte in Island sind doch echt bitterkalt.  Doch ich werde belohnt. Ganz plötzlich erstrahlt der Himmel über mir in einem kräftigen, hellen grün und pink. Die Lichter tanzen und ich bin überwältigt von diesem Naturschauspiel. Irgendwo in der Ferne höre ich Leute jubeln und klatschen und ich muss herzlich lachen.

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Nach einigen Augenblicken und etlichen Fotos später (die das Spektakel leider nicht einmal halb so gut wiedergeben) ist der Himmel dann auf einmal dunkel. So als wäre nichts gewesen. Immer noch fasziniert sage ich Tyrra gute Nacht und lege mich glücklich schlafen.

Ein magischer Montag…(10.04.16)

Von Pferden, Glück und Geschichte…

Montage sind ja eigentlich immer doof. Nun, dieser ist einer an den ich mich immer gerne zurückerinnern werde. Der Morgen könnte nicht schöner beginnen. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel auf Vik hinab und ich freue mich wahnsinnig auf meinen bevorstehenden Ausritt. Obwohl mir im August ja noch eine ganze Woche Ferien zu Pferd bevorstehen, konnte ich einfach nicht so lange auf meinen ersten Ritt auf einem echten Isländer warten (zum Glück überhaupt nicht zweideutig).

Als ich auf dem Hof ankomme, der nicht aus viel mehr als einem Stall, einem kleinen Reitplatz und einer Koppel mit grasenden Schafen besteht, scheine ich die Einzige zu sein. Im Stall finde ich M. (leider weiß ich nicht mehr so ganz genau ihren Namen, aber M. ist jedenfalls nicht falsch ;)). Sie erklärt mir, dass tatsächlich nur ich für eine Tour angemeldet bin. Schon kurze Zeit später, merke ich, dass dies das Beste ist, das mir hätte passieren können. Gemeinsam satteln wir die Pferde, Thor und Atlas. Atlas ist für heute mein Pferd. Nach einer kurzen Kennenlernrunde zwischen Mensch und Tier auf dem Reitplatz, kann es dann endlich losgehen.

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Gemütlich reiten wir aus Vik hinaus, ins offene Gelände. M. und ich unterhalten uns angeregt und es fühlt sich fast schon so an, wie ein allmorgendlicher Ausritt mit einer alten Freundin. Irgendwann ist es dann soweit: Auf mein Kommando hin verfällt Atlas in einen schnellen Tölt (besondere Gangart der Isländer) und ich bin begeistert. Es fühlt sich so an als säße ich auf einer bequemen Couch, während ein Film mit atemberaubender Kulisse im Fernsehen läuft.

Atlas hat auch sichtlich Spaß und ist kaum zu bremsen. M. schlägt dann noch vor ein Stück am Strand zu galoppieren und ich stimme glücklich zu. Auf dem Weg zum Black Beach durchqueren wir einen Fluss und ich fühle mich ganz kurz wie in einer anderen Zeit. Das meine Füße dabei halb im Wasser sind, stört mich nicht.  Isländer sind eben nicht die größten Pferde. Am Strand angekommen, nutzen wir dann das schöne Wetter und die bezaubernde Umgebung für eine kleine Fotosession. Schließlich müssen solche schönen Momente doch festgehalten werden.

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Anschließend galoppieren wir ein ganzes Stück auf dem schwarzen Sand entlang zurück zum Hof. In Gedanken setze ich auf meiner imaginären Wunschliste einen Haken hinter „Irgendwann einmal Strand entlang galoppieren“. Das anschließende Bad im Staub haben  sich Atlas und Thor wirklich verdient. Mit einem Apfel und einer ausgedehnten Streicheleinheit verabschiede ich mich dann von den beiden. Bei M. bedanke ich mich glücklich über diesen schönen Vormittag. Mein Geld möchte sie nicht.“Für mich war das heute ein schöner Ausritt, wie mit einer alten Freundin“, sagt sie und zwinkert mir zu. Solche Momente sind doch einfach am schönsten.

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Voller Energie setze ich mich ins Auto und beschließe, dass mein Ausflug heute noch nicht zu Ende ist. Ich mache mich daher auf dem Weg zum Zungenbrecher Hügel Hjörleifshöfdi, den Jana mir vor ein paar Tagen empfohlen hatte. Nach einer fünfminütigen Fahrt weiter nach Osten und einem kurzem Weg durch schwarze Sandwüste, bin ich am Ziel. Bevor ich mich daran mache den Hügel zu erklimmen, lese ich neugierig die Informationstafeln.  Schnell wird mir klar, dass diese auf den ersten Blick eher unscheinbare Erhöhung, nur so vor Geschichte  strotzt.

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Den Erzählungen nach,  finden die Wikinger Hjörleifur Hróðmarsson und Ingólfur Arnarson im Jahr 874 gemeinsam ihren Weg nach Island. Jedoch werden die beiden Blutsbrüder bei einem Sturm getrennt und Hjörleifur überwintert mit seinen Männern und Frauen auf dem später nach ihm benannten Hügel Hjörleifshöfdi. Im Frühling, des darauf folgenden Jahres, ermorden Hjröleifurs irische Sklaven ihn und seine Männer, entführen die Frauen und lassen sich auf der heute als Westman Island (Vestmannaeyjar) bekannten Inselgruppe, an der Südküste Islands nieder.

Nur wenig später besiedeln die ersten Wikinger Hjörleifshöfdi und dessen Umgebung. Erst  im Jahr 1936 zieht es dann auch die letzten Bewohner an andere Orte Islands. Die Gegend rund um die Erhebung wird zur Wüste.

Auf meinem Weg zur Spitze des Hügels finde ich die Überreste einer alten Farm, die einst Markus Loftsson (einem  selbsternannten Wissenschaftler und Autor des Buches „Treatise on volcanic activity in Iceland“, der dort von 1828 bis 1906 lebte) und seiner Familie gehörte.

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Die Aussicht auf meinem weiteren Weg nach oben ist wirklich gigantisch!

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Nach etwa 15 Minuten bin ich am Ziel. Vor mir sehe ich die Gräber von Hjörleifur Hróðmarsson, sowie Markus und seiner Familie. 

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Einen kurzen Moment genieße ich die Aussicht und die Sonne, die die Umgebung noch magischer Wirken lässt. Leider ist es hier oben wirklich äußert windig und so mach ich mich nach einer Weile wieder auf in angenehmere Gefilde.

Auf dem Weg zum Auto stelle ich fest, dass dieser Ort mich wirklich beeindruckt. An Plätzen wie diesen, fühlt sich  Geschichte zum Greifen nah an. Das gilt aus meiner Sicht übrigens für sehr viele Orte in Island. Neulich hab  ich nur kurz aus dem Küchenfenster des Hotels auf das Meer geblickt und wäre keineswegs überrascht gewesen, wenn plötzlich Wikinger mit ihren Booten am Strand angelegt hätten.

Euphorisiert hole ich Jana von der Arbeit ab. Abends pflanzen wir uns dann noch mit einem Bier aufs Sofa und schauen eine Folge Vikings (was auch sonst:)). Die wussten das damals übrigens auch schon…das mit dem Glück und den Pferden und so…

Achja…Ingólfur Arnarson, der den Sturm überlebte und den Winter an einem anderen Ort in Island verbrachte, erfuhr vom Schicksal seines Blutsbruders Hjörleifur Hróðmarsson und machte sich zusammen mit seinen Männern auf den Weg zu den Westman Island, um seinen Bruder zu rächen. Den Erzählungen nach überfielen sie, die sich in Sicherheit wähnenden Männer während eines Festes und ermordeten sie alle…Ingólfur ließ sich in Island nieder und mit ihm begann die Landnahme der Insel, der Rest ist Geschichte!

 

Pack die Bikinihose ein…(23.03.16)

Mein Ausflug zum  „versteckten“ Naturpool Seljavallalaug…

Vor ein paar Tagen, während wir das Abendessen für die Gäste zubereiteten, erzählte mir mein Arbeitskollege Aron von diesem Pool, mit dem einfachen Namen Seljavallalaug, der versteckt und etwas abseits der Ringstraße, inmitten eines Canyons liegt und laut Beschreibung angenehm warm sein soll, wie ein Bad an kalten Tagen. Ein echter Geheimtipp und zudem zu jeder Jahreszeit sehr beliebt bei den  Einheimischen, ließ ich mich weiter aufklären. Die Wegbeschreibung, die Aron mir dann noch mit auf den Weg gab, klang für mich zwar eher wie die Anleitung für Das verrückte Labyrinth, aber ich versuchte mir diese so gut wie möglich einzuprägen. Nach der Arbeit erzählte ich Jana von der heißen Quelle in Poolform und wir beschlossen der Sache demnächst mal nachzugehen.

Es ist Ende März, die Außentemperatur liegt bei 5 Grad. Die Sonne kämpft schon den gesamten Vormittag mit den Wolken, ohne das es einen klaren Sieger gibt, als wir beschließen, dass die Zeit für einen Badeausflug gekommen ist. Jana und ich packen unsere Badesachen, versuchen noch einmal vergeblich eine gute Wegeschreibung im Internet zu finden, und machen uns dann auf den Weg zum Pool Seljavallalaug, der irgendwo zwischen Skogafoss und Seljafoss liegt.

Etwa fünf Minuten, nachdem wir den Wasserfall Skogafoss passiert haben, taucht am Straßenrand ein Schild mit der Aufschrift Seljavellir auf, das uns sagt dieser Wegabzweigung zu folgen. Am Ende einer etwas längeren Straße, sehen wir ein Parkplatz, auf dem erstaunlich viele Autos stehen. Die Holzhäuser und ein alter Pool, die Aron als Orientierungspunkte genannt hatte, sagen mir, dass wir hier richtig sind. Vor uns liegt die Schlucht.

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Zufrieden den Ort gefunden zu haben, begeben wir uns in den Canyon, noch etwas unsicher hier wirklich einen Pool zu finden. Nach einer kurzen Wanderung mit einem Touch von Abenteuer, taucht das Becken dann aber tatsächlich vor unseren Augen auf. Schmunzelnd stelle ich fest, dass ziemlich viele Menschen den versteckten Pool am heutigen Tag gefunden haben. Nur die wenigsten tummeln sich jedoch im Wasser. Mir gelingt es sogar ein Foto ohne Statisten zu schießen:

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Pünktlich zu unserer Ankunft hat sich die Sonne ihren Platz am Himmel erkämpft. In der kleinen Umkleidekabine ziehen wir uns um und dann ist es so weit. Lauwarmes Wasser umschließt mich, als ich mich in den Pool gleiten lasse. In den Beschreibungen klang das irgendwie wärmer. Dennoch ist es aufgrund der kalten Luft  durchaus angenehm und Jana und ich gönnen uns erstmal ein Bier in den Fluten.

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Begeistert stellen wir dann noch fest, dass das Wasser, das vom Felsen direkt in den Pool fließt, wirklich warm, ja fast schon richitg heiß ist. So genießen wir die wirklich atemberaubende Aussicht zwar dicht an den Felsen gekauert, aber glücklich. Bevor ich zurück in meine Klamotten schlüpfe, ziehe ich noch ein paar Bahnen. In dem Pool kann man also nicht nur relaxen, sondern auch wirklich schwimmen. Da der Pool von Freiwilligen gewartet wird, hängt eine kleine Spendenbox an der Außenwand des Poolhauses, in die ich ein paar Kronen werfe.

Anschließend sehen Jana und ich uns noch ein wenig die Schlucht an und sind fasziniert von der schönen Natur. Glücklich und zufrieden …und na gut ein wenig frierend …aber fest entschlossen im Sommer noch einmal hierher zu kommen, fahren wir zurück zur Farm.

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Mein Fazit: So geheim war der Geheimtipp dann doch nicht, aber ein Ausflug dorthin lohnt sich in jedem Fall. So oft badet man ja nicht in einem Naturpool, in einer Schlucht, Irgendwo im Nirgendwo!

Reisevorbereitungen

Am Anfang meines Island-Abenteuers stand natürlich die Planung. Das Ziel vor Augen, begann ich im Oktober 2015 mit den Vorbereitungen. Ich informierte mich im Netz über die Möglichkeiten eines Work&Travel-Aufenthalts in Island. Ich entschied mich letztendlich dafür, es mit der Organisation Stepin (für mehr Infos, hier der Link: www.stepin.de) zu versuchen. Nach unzähligen Formalitäten, die es zu klären galt und einem Interview auf Englisch, erhielt ich Anfang Februar das Angebot nach Südisland zu reisen, in einem kleinen Familienhotel zu arbeiten und auf einer Farm mit Hühnern, Schafen, Kühen, Katzen und Hunden, zu leben. Die Vorstellung gefiel mir, obgleich ich insgeheim gehofft hatte auf einer Pferdefarm leben und arbeiten zu können. Da solche Farmen in Island aber zumeist nur unbezahlte Praktika anbieten, schied diese Option für mich aus. Für das Ende meines Aufenthalts hatte ich nämlich schon eine Rundreise durch Island geplant und Reisen ist in Island nun mal alles, aber nicht günstig. Ich nahm das Angebot daher an, zumal dieser Teil Islands sehr vielseitig und vielversprechend wirkte.

IMG_1040(puplished by Katla Geopark)

Ich hatte also meinen Platz auf der Insel gefunden. Aber was nimmt man mit, für ein halbes Jahr in der Natur mit unberechenbaren Wetter. Ich entschied mich für warme, windfeste und zweckmäßige Kleidung. Eine etwas schickere Garnitur kam dann auch noch mit. Schließlich heißt es in vielen Islandreiseführern, dass sich Reykjavik jede Freitagnacht in die Partyhochburg schlechthin verwandelt. Und das wollte ich mir doch mindestens einmal von Nahem ansehen.

Die Reisevorbereitungen waren damit fast abgeschlossen. Eines durfte aber nicht fehlen: Die Abschiedsparty. Auch wenn der Abend es mir nicht gerade leicht machte, all die lieben Menschen für längere Zeit zu verlassen, war es das definitiv wert.

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Und damit war dann wirklich alles erledigt!

Noch ein kleiner Tipp: Eine Rundreise durch Island kann nicht früh genug geplant werden. Wer so wenig Geld ausgeben möchte wie möglich (aber vielleicht nicht gerade der Typ fürs Zelten ist), sollte mindesten ein halbes Jahr vorher damit beginnen. Es ist kaum zu glauben, aber beliebte und günstige Unterkünfte sind oft schon lange Zeit im Voraus ausgebucht.

Achja, so ganz ohne Pferde konnte ich mir Island dann doch nicht vorstellen. Anfang August geht es daher nach Ostisland, wo ich eine Woche Ferien mit „eigenem“ Islandpferd verbringen werde.