Vom Lande in die Stadt (15.04-17.04)

Mein Wochenende in Reykjavik…

Voller Vorfreude und immer noch glücklich über den Anblick der Nordlichter am Abend zuvor, packe ich an diesem Freitagvormittag meinen Rucksack für ein freies Wochenende in Reykjavik.

Kurz vor 16:00 Uhr bringt Jana mich zur Tankstelle in Vík und nur wenig später geht es im Bus Richtung Stadt. Während ich auf meinem Handy das Hörspiel zu Game of Thrones laufen lasse, schaue ich für die nächsten zweieinhalb Stunden gebannt aus dem Fenster. Die Sonne strahlt von einem wolkenlos blauen Himmel hinab und die Landschaft ist wirklich faszinierend. Da der Schnee auf meiner Hinfahrt nach Vík im März noch alles bedeckte und durch den Schneesturm nicht mal Umrisse der Landschaft zu erkennen waren, bin ich nun umso erstaunter über die Schönheit und Vielfältigkeit, die sich mir beim Blick aus dem Fenster bietet.

Zu meiner linken Seite liegen Feldern, Farmen, schwarze Lavawüste und das Meer. Auf der anderen Seite, ist die Landschaft das genaue Gegenteil. Berge, Gletscher, Felsen, Flüsse und Wasserfälle ziehen an mir vorbei. Die Sonne verleiht dem Ganzen eine leuchtende Intensität.

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Die Fahrt vergeht so ziemlich schnell und gegen 20:00 Uhr komme ich im Zimmer des Hostels an, dass ich für meine Tage in Reykjavik gebucht habe. Gespannt betrete ich das Zimmer und stelle amüsiert fest, dass hier schon eine kleine Party am laufen ist. Da ich ein Bett in einem gemischten 12er Schlafsaal gebucht habe, lerne ich dann gleich darauf erst einmal Vicky aus Schottland, Patrick und Toni aus den Staaten und Marnell und Megan aus Holland kennen.

Nach zwei Stunden, in denen wir uns gegenseitig übereinander ausgefragt haben, machen wir uns auf Patricks Wunsch hin, auf den Weg in die Queer-Bar Kiki,  die im Herzen von Reykjavík liegt.

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Schnell merke ich, dass alles was ich bisher über die Partyszene freitagnachts in Reykjavik gelesen habe, stimmt. Unzählige junge Leute sind auf den Straßen, die Frauen präsentieren sich von ihrer besten Seite und jeder redet irgendwie mit jedem. Die Stimmung in der Stadt ist super und bleibt es auch, als wir die Bar betreten.

Zufrieden stelle ich fest, dass mir die Musik gefällt und das Bier schmeckt. Unser kleines Grüppchen unterhält sich angeregt über Gott und die Welt und wir tanzen sogar einige Male. Die Besucher der Bar sind so bunt gemischt wie die Hausfassade des Kikis und das ist super so. Mit so einem Verlauf des Abends hatte ich auf meiner Fahrt nach Reykjavik nicht gerechnet. Meistens sind spontane Unternehmungen doch immer die besten.

Irgendwann sind wir Mädels müde und überlassen das Party machen den Jungs. Im Hostel angekommen erklimme ich dann mein Hochbett und mache erschöpft aber bestens gelaunt  die Augen zu. Erstaunlicherweise schlafe ich trotz meiner vielen Zimmergenossen wunderbar und werde nur einmal ganz kurz wach, als Patrick und Toni um sechs Uhr in der Früh dann auch mal ihren Weg ins Bett finden.

Noch etwas müde, begebe ich mich dann einige Zeit später zu dem Treffpunkt, von dem aus die von mir gebuchte Free Walking Tour durch Reykjavik starten soll. Sammelpunkt ist das Parlamentshaus im Zentrum und ich muss etwas schmunzeln als dieses, nur etwas grösser als ein Einfamilienhaus, vor mir auftaucht. In Island ist halt alles ein bisschen kleiner. Ich finde das erfrischend, schließlich muss es nicht immer gleich ein ganzer Palast sein.

Obwohl es leicht regnet und heute auch ziemlich kalt ist, ist die Tour wirklich spitze und hochinteressant. Marteinn unsere Guide ist witzig und es macht Spass im zuzuhören, auch wenn oder gerade weil sich der Rundgang hauptsächlich mit der Geschichte Reykjavik’s befasst. Als wir während der Tour vor einer Statue stehen, die noch den Lippenstift von der letzten Pride Parade trägt, müssen alle lachen. Dass dieser bisher nicht entfernt wurde finde ich einfach nur klasse und überaus sympathisch.

Nach zwei Stunden kommen wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. Da die Tour ausschließlich von den Spenden der Teilnehmer lebt, wirft am Ende jeder so viel wie er mag, in Marteinns Rucksack. Ich bedanke mich bei ihm für die tolle Führung und mache mich dann auf den Weg zum isländische Nationalmuseum.

Ganze vier Stunden befasse ich mich mit der spannenden Geschichte Islands und lasse mir am Computer die Vergangenheit dieser noch relativ jungen Insel erklären. Für 10 Euro Eintritt lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, vorausgesetzt man hat genug Zeit und Interesse an der Historie Islands mitgebracht.

Als ich das Museum verlasse, hat sich das Wetter zwar nicht gebessert, meine Laune ist aber dennoch bestens. Auf dem Rückweg ins Hostel, sehe ich mir dann noch die Kirche Hallgrímskirkja an (bei meinem nächsten Besuch möchte ich auf jeden Fall die Aussicht von der Spitze der Kirche genießen), laufe anschließend am Wasser und dann ein wenig die Shoppingstraße Laugavegur entlang, wo ich mir anschließend in einem kleinen Bistro eine Nudelsuppe gönne.

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Besonders auffallend auf meinem kleinen Erkundungsspaziergang, sind die vielen bunten Graffitis und Malereien an allen Ecken und Enden. Das verleiht der kleinen Stadt einen wirklich coolen Touch.

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Als ich auf dem Weg zurück ins Hostel den Chuck Norris-Grill entdecke, setzte ich diesen auf meine imaginäre Liste, für die Dinge, die ich während meiner nächsten Besuche in Reykjavik noch machen möchte.

Zurück im Zimmer, plaudere ich noch eine ganze Weile mit Vicky und den anderen Reisenden aus unserem Zimmer. Patrick und Toni sind schon abgereist, aber zum Glück gibt es ja Facebook und Co. um in Kontakt zu bleiben. Irgendwann bin ich dann echt müde und lege mich schlafen.

Am nächsten Morgen geht es dann schon wieder zurück nach Vik. Erleichtert, dass alles so gut geklappt hat mit den Busverbindungen, döse ich während der Fahrt so vor mich hin und lausche wieder dem Kampf um den Thron…

Mein Fazit: Ich finde Reykjavik besitzt viel Charme, ist bunt, fröhlich und einen Besuch definitiv wert. Den Flair einer Großstadt sucht man hier natürlich vergeblich, aber das macht am Ende für mich den ganz persönlichen Reiz aus. Wer in seinem Urlaub auch feiern gehen möchte, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Das Hostel war für den Preis von 20 Euro pro Nachtverhältnismäßig günstig und so ein 12er-Zimmer geht für ein Wochenende schon in Ordnung. Vor allem wenn man alleine reist, trifft man hier doch sehr viele nette Leute. Im Juni werde ich zusammen mit meiner Mum noch einmal die Stadt unsicher machen. Darauf freue ich mich schon. Fortsetzung folgt also!

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Abschließend sei aber noch gesagt, dass mir mein Platz an der Südküste, mitten in der Natur doch besser gefällt, denn das ist zum einen auf jeden Fall mehr Island und zum anderen habe ich  Stadt auch Zuhause in Hamburg 🙂

P.S. Für diejenigen unter euch, die einen Trip nach Reykjavik planen sind hier noch ein paar nützliche Links ->  Free Walking Tour: http://citywalk.is/ Hostel: http://hlemmursquare.com/hostel/ Busfahrpläne: http://www.straeto.is/ Isländisches Nationalmuseum: http://www.thjodminjasafn.is/