Hallo Lieblingsplatz… (26.04.16)

Warum die Halbinsel Dyrhólae für mich der schönste Platz an der Südküste ist…

Es ist 20:00 Uhr und Ende April. Die Tage sind merklich länger und die Nächte nicht mehr ganz so dunkel, wie noch vor kurzer Zeit. Ganz langsam hält der Sommer Einzug. Es ist nicht das erste Mal, dass ich zum Kap Dyrhólae fahre, nur möchte ich heute auch endlich mal darüber berichten. Die Halbinsel, die übersetzt „Türlochinsel“ heißt und ihren Namen der ins Meer ragenden Steinwölbung mit Loch verdankt,  ist mein absoluter Lieblingsplatz an der Südküste Islands.

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Sicherlich ist Dyrhólae zu allen Tageszeiten sehenswert und wirklich atemberaubend, ich finde aber das die Abendsonne dem ganzen noch einmal die Krone aufsetzt. Zum einen ist die Halbinsel der Hotspot für einen traumhaften Sonnenuntergang und zum anderen sind die Klippen ein beliebter Treffpunkt für die Puffins (Papageientaucher), einer der Tierattraktionen Islands. Mit dem Sommer kommen auch die niedlichen, kleinen Vögel, die mich immer ein bisschen an geschrumpfte Pinguine erinnern (s. Bild weiter unten). Seit zwei Tagen sind sie nun hier in der Gegend und daher wird es höchste Zeit mir die roten Schnäbel mal aus der Nähe anzusehen.

Wie gewohnt parke ich auf dem unteren Parkplatz, da ich von dort aus Zufuß zum Leuchtturm und Puffin-Sammelpunkt hinaufspazieren möchte. Zunächst führt mich mein Weg aber zu dem schmalen Stück Strand, dass von Felsen umgeben ist. Hier lassen sich wirklich tolle Fotos machen, da die Wellen wild und hoch an den Felsen brechen. NIcht nur einmal muss ich einer großen Welle ausweichen um nicht nass zu werden.

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Nachdem ich das Wasserspiel eine ganze Weile beobachtet habe, setze ich meinen Rundgang über die Halbinsel fort. Ich gehe an den Klippen entlang, von denen aus man einen tollen Blick über das offene Meer hat. Dann mache ich mich auf den Weg, die leichte Steigung zum Leuchtturm zu erklimmen. Die Sonne steht schon tief und taucht die Landschaft um mich herum in ein phantastisches Licht. Als ich am Leuchtturm und somit dem höchsten Punkt Dyrhólae angelangt bin, genieße ich zunächst die Aussicht auf den Felsvorsprung mit erwähntem Türloch. Obwohl die Ostseite der  Halbinsel eigentlich schon im Schatten liegt, erstrahlt  die Felsformation im Sonnenlicht. Nicht umsonst ist dieser Ausblick auf so vielen Postkarten hier im Süden zu finden.

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Um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen, gehe ich am Leuchtturm vorbei, zur Westseite der Landspitze. Der Ausblick der sich mir dort bietet ist unbeschreiblich. Vor mir liegt die Küstenlinie auf der sich Meer, Stand und Sonne treffen. In der Ferne sehe ich die Berge, die im Abendlicht erstrahlen. Auch die Puffins sind schon von ihrem Tag auf See heimgekehrt und fliegen entweder wild umher, oder machen es sich auf den moosbewachsenen Klippen bequem.

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Heute habe ich wirklich Glück und die niedlichen Vögel lassen mich wirklich nah herankommen. Da ich die ganze Szenerie unbedingt mit der Kamera festhalten möchte verbringe ich eine Weile damit, Fotos zu schießen.

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Als ich den Sonnenuntergang im Leuchtturmfenster entdecke,  knipse ich auch hiervon noch ein paar Bilder.

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Erst als die Sonne schon fast hinter den Bergen verschwunden ist, schaue ich auf die Uhr und  kann ich gar nicht glauben, dass drei Stunden vergangen sind. Eigentlich hatte ich nur einen kurzen Spaziergang geplant.

Da es langsam echt kalt wird mache, ich mich auf den Weg zurück zum Auto. Am Parkplatz angekommen, werfe ich noch einen letzten Blick auf den Strand, der in rosa Licht getaucht, vor mir liegt. Märchenhaft.

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Total glücklich über meinen kleinen, größeren Ausflug fahre ich mit den letzten Sonnenstrahlen, zurück zur Farm.

Tschüss Lieblingsplatz, bis zum nächsten mal! 🙂