Living Next Door To Katla (21.04.16)

Mein Tag auf der Katla-Supertruck-Tour

An diesem sonnigen Morgen mache ich mich, zusammen mit Johann und einer Familie aus Michigan, auf den Weg, die Gegend mit dem Truck zu erkunden.

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Während wir zu unserem ersten Ziel fahren, versorgt Johann uns mit interessanten Informationen rund um Katla, einen der aktivsten Vulkane Islands. Dieser liegt unter der Gletscherdecke des Mýrdalsjökull, auf den ich von der Farm aus übrigens einen sehr guten Blick habe.

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Erst jetzt wird mir so richtig bewusst, dass ich direkt neben einem aktiven Vulkan wohne. Zwar ereignete sich die letzte große Eruption im Jahr 1918 , dennoch wurden bis heute immer mal wieder kleinere Beben im inneren des Vulkans verzeichnet. Laut Johann ist ein Ausbruch in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich. Er freut sich schon darauf und möchte das ganze aus nächste Nähe miterleben. Ich bin in diesem Moment eher dankbar, dass wir von Jahren und nicht Monaten sprechen 🙂

Nach einer 15-minütigen Fahrt die uns  von Vik aus auf der Ringstraße weiter nach Osten und dann über eine schwarze Sandwüste  näher an den Gletscher heranbringt, liegt vor uns eine Landschaft die aus einem Fantasy-Roman entsprungen zu sein scheint.  Wir steigen aus und sehen uns um.  Der Anblick ist gigantisch. Die schwarze Sandfläche gibt einem das Gefühl auf dem Mond gelandet zu sein und beim Anblick der grün-braunen Berge die noch etwas mit Schnee bedeckt sind, fühle ich mich wie ein Hobbit auf Abenteuerreise.

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In dieser Gegend wurden daher auch Filme, wie der neue Star Wars Teil und Noah gedreht. Johann führt uns dann noch zum Kötlujökull, der äußerten, südöstlichen  Ecke des Mýrdalsjökull. Der Anblick ist echt faszinierend. Dieser Teil des Gletschers ist mit schwarzer Lava überzogen und gibt einem das Gefühl irgendwo zwischen Erde und Mond gelandet zu sein.

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Aber damit noch nicht genug. Im Eis entdecken wir eine Höhle und sind uns einig das ganze mal aus der Nähe zu betrachten. Einfach nur beeindruckend.

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Bevor es zurück zum Auto geht erzählt uns Johann noch ein wenig über die verschiedenen Steine, die hier in der Gegend zu finden sind. Besonders der Obsidian, aus dem der Geschichte nach die Wikinger ihre Waffen fertigten, hat es mir angetan. Der schwarze, scharfkantige Stein, entsteht wenn heiße Lava in kürzester Zeit abkühlt. Als ich ein besonders schönes Exemplar entdecke, stecke ich es als Souvenir in meine Jackentasche.

Der Weg zu unserem nächsten Ziel, führt uns eine gefühlte Ewigkeit durch schwarze Wüste und die Sonne lässt die Luft schwirren, als würden wir gerade die Sahara passieren. Über eine Fata Morgana würde ich mich jetzt auch nicht mehr wundern. Island ist schon irgendwie verrückt.

Die schwarze Sandfläche, die dieses Gebiet so weitläufig umgibt, entstand durch die Gletscherläufe, als Folge der Vulkanausbrüche.

Als wir halten, stelle ich fest, dass wir zu einem meiner Lieblingsplätze gefahren sind: Hjörleifshöfði, über das ich euch ja schon in einem früheren Beitrag berichtet habe ( s. Ein magischer Montag).

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Nur die Höhle, die Johann uns jetzt zeigt, hatte ich damals nicht gesehen. Diese liegt auf der Meerseite des Hügels und ist erst zu sehen, wenn man schon fast davor steht. Der Eingang sieht wirklich witzig aus und erinnert an einen Wikinger mit Helm.

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Vom Höleninneren  genieße ich den Ausblick auf feinsten Sandstrand und das Meer.

Vom Hjörleifshöfði aus, geht es dann zurück nach Vik. Dabei lässt es Johann sich nicht nehmen, mit dem Truck ordentlich am Strand entlang zu heizen. Ich fand meinen Gallopp zwar besser, aber das ist auch nicht schlecht.

In Vik angekommen, fahren wir die schmale „Straße“ zum Reynisfjara-Berg hinauf. In diesem Moment bin ich echt froh keine Höhenangst zu haben. Vielmehr genieße ich den sehr bequemen Aufstieg, da ich bei meinem ersten Ausflug auf diesen Berg, ja fleißig gewandert bin (s. Walking on Sunshine).

Oben angekommen ist der Ausblick auch beim zweiten Mal einfach nur genial und wir genießen für eine Weile die Sonne, den Blick auf das grenzenlose Meer das vor uns liegt, auf Vik und die Küste.

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Als wir dann Richtung Hotel rollen ist es schon Nachmittag. Die Gäste sind glücklich und ich bin es auch. Die Tour war einfach nur Klasse. Dafür steht man doch gerne früh auf, an seinem freien Tag. Und so einen Vulkan als Nachbarn zu haben und zu sehen welche Auswirkungen dieser auf die Natur ringsherum hat, ist wirklich hochinteressant.

Achja, wer sich jetzt fragt, warum eigentlich Katla, der erfährt hier die ganze Geschichte: http://www.visitklaustur.is/en/local-stories/katla-the-hag/folk-tale-the-story-of-katla-the-hag-and-her-magic-breeches